Die Grünen fordern die Einführung eines nationalen Gedenktags für Hitzetote. Die klimapolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Lisa Badum, erklärte der Taz, ein solcher Gedenktag solle verdeutlichen, «dass die Klimakrise nichts Abstraktes ist oder nur weit entfernt in Pakistan und Bangladesch stattfindet, sondern bei uns zusätzliche Tote nach sich zieht».
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Badum begründete ihren Vorstoss damit, dass Hitzetote in der öffentlichen Wahrnehmung kaum sichtbar seien. «Hitzetote sind unsichtbar, sie sterben in ihren Wohnungen oder in Pflegeheimen», sagte die Bundestagsabgeordnete. Neben einer konsequenteren Klimapolitik sei deshalb «ein Gedenktag als Symbol wichtig».
Eine offizielle Statistik über Hitzetote gibt es in Deutschland nicht. In den meisten Fällen sterben Betroffene nicht ausschliesslich an den hohen Temperaturen, sondern an deren Zusammenwirken mit bestehenden Vorerkrankungen. Besonders betroffen sind ältere Menschen. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts starben in diesem Jahr zwischen 4400 und 5800 Menschen unter Mitwirkung der Hitzewellen. Die Angaben beruhen auf statistischen Modellen und nicht auf einer vollständigen Erfassung einzelner Todesfälle.
Der Vorstoss reiht sich in frühere Initiativen der Grünen zum Thema Hitzeschutz ein. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Partei einen Hitzeschutzplan für den Arbeitsplatz vorgeschlagen. Dieser sah unter anderem vor, Beschäftigten ab einer Raumtemperatur von 26 Grad Celsius weitergehende Schutzmassnahmen bis hin zu hitzefrei zu ermöglichen. Auch Lisa Badum hatte sich bereits im vergangenen Sommer für einen nationalen Gedenktag für die «menschlichen Opfer» des Klimawandels ausgesprochen.
Ob der Vorstoss im Bundestag auf Unterstützung anderer Fraktionen stösst, ist offen.