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Grünen-Politiker Kretschmann fordert höhere Arbeitsleistung in Deutschland – und nennt die Schweiz als Vorbild

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Grünen-Politiker Kretschmann fordert höhere Arbeitsleistung in Deutschland – und nennt die Schweiz als Vorbild
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Grünen-Politiker Winfried Kretschmann fordert mehr Einsatz in Deutschland und zieht zum Abschied eine kritische Bilanz. Der scheidende Ministerpräsident von Baden-Württemberg erklärte in einem Interview mit der Zeitung Blick: «Wir müssen wieder mehr zupacken.»

Der Grünen-Politiker kritisiert insbesondere die Infrastruktur und die wirtschaftliche Entwicklung. Zur Lage der Deutschen Bahn sagt er: «Der Deutschen Bahn muss man sagen, dass es so nicht weitergehen kann.» Weiter bezeichnet er den Zustand als «peinlich für die Ingenieursnation Deutschland». Jahrzehnte der Versäumnisse machten sich nun bemerkbar. Zugleich dämpft er Erwartungen an schnelle Verbesserungen: «Nur wächst das Gras nicht schneller, wenn man dran zieht.»

FELIX KÄSTLE / KEYSTONE
Winfried Kretschmann an einer Wahlkampfveranstaltung in Ostrach
FELIX KÄSTLE / KEYSTONE

Trotz der Kritik betont Kretschmann die wirtschaftliche Stärke des Landes. Deutschland bewege sich weiterhin «auf einem sehr hohen Niveau». Baden-Württemberg bleibe ein bedeutender Standort und investiere «fast 6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung». Gleichzeitig verweist er auf steigenden Reformdruck bei Infrastruktur, Bürokratie und Wettbewerbsfähigkeit.

Mit Blick auf die Politik äussert sich Kretschmann besorgt über den Aufstieg der AfD. «Das ist eine nationalistische Partei», sagt er. Er warnt: «Wer in die Zeit davor zurückwill, gefährdet unseren Wohlstand und nimmt die Gefahr von Unfreiheit auf sich.» Zugleich fordert er mehr politischen Austausch: «Es braucht unbedingt mehr zivilisierten Streit.»

Auch wirtschaftlich sieht er Herausforderungen, etwa bei der Automobilindustrie und den Standortkosten. Deutschland bleibe ein Hochlohnland. Im internationalen Vergleich hebt er die Arbeitszeit hervor: «Die Schweizer arbeiten 200 Stunden mehr pro Jahr als die Deutschen.»

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