Die Zürcher GLP-Politikerin Chantal Galladé kritisiert eine abnehmende Meinungsvielfalt in der SP. Dies sagte sie in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger. Sie erklärt: «Ich habe festgestellt, dass das Spektrum an Meinungen, die in der SP noch akzeptiert werden, immer kleiner wird.»
Bild: Nathan Beck
Galladé, die 2019 von der SP zur GLP wechselte, betont, sie wolle kein «Parteien-Bashing» betreiben. Zugleich stellt sie fest, dass insbesondere stärker ideologisch ausgerichtete Parteien weniger Toleranz gegenüber abweichenden Positionen zeigten.
In der aktuellen Debatte über religiöse Symbole an Schulen positioniert sich Galladé klar für ein Verbot von Kopftüchern bei Lehrerinnen. Sie begründet dies mit der Rolle der Schule als neutraler Raum. «Die Schule soll ein Ort sein, an dem alle Kinder unabhängig von Religion und Geschlecht sich entwickeln, wohlfühlen und lernen können», sagt sie. Lehrpersonen hätten dabei eine Vorbildfunktion und sendeten entsprechende Signale aus.
Weiter führt Galladé aus, dass das Kopftuch auch für ein bestimmtes Frauenbild stehen könne. «Frauen in gewissen Ländern riskieren ihr Leben, wenn sie ihre Haare nicht verhüllen», erklärt sie. Ein solches Verständnis habe in der Schweiz keinen Platz, insbesondere nicht im schulischen Umfeld.
Galladé kündigt zudem an, nach dreissig Jahren aus der aktiven Politik auszuscheiden und sich künftig stärker auf ihre berufliche Tätigkeit im Bildungsbereich zu konzentrieren.