Ein gestrandeter Buckelwal vor der Ostseeinsel Poel beschäftigt Politik und Öffentlichkeit – nun will sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vor Ort ein Bild machen. Das Bundespräsidialamt teilte mit, der Besuch im Ozeaneum in Stralsund sei seit längerem geplant, das Schicksal des Tieres werde dabei mit Experten besprochen.
Greenpeace Germany/Florian Manz/APA/Keystone
Der Meeressäuger, der von Helfern «Timmy» genannt wird, hält sich seit rund zwei Wochen in der flachen Bucht vor Poel auf und kann nicht mehr aus eigener Kraft in die offene See zurückkehren. Der Fall hat überregionale Aufmerksamkeit erlangt, auch weil solche Situationen in der Ostsee selten sind.
Fachleute sehen ein aussichtsloses Szenario: Der Wal ist in kritischem Zustand und stark geschwächt. Die Stiftung Deutsches Meeresmuseum, zu der das Ozeaneum gehört, hat den Gesundheitszustand begutachtet und empfiehlt, von einer Lebendbergung abzusehen.
Auch politisch wird der Fall entsprechend eingeordnet. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus spricht von einer palliativen Begleitung. Der Wal werde «befeuchtet, überwacht und geschützt, aber nicht mehr aktiv behandelt oder gerettet». Ziel sei nicht eine Rettung um jeden Preis, sondern ein möglichst ruhiger Abschied.
Steinmeiers Besuch erfolgt im Rahmen eines mehrtägigen Aufenthalts in der Region. Neben Gesprächen mit Experten sind weitere Termine geplant, darunter Ordensverleihungen an engagierte Bürger aus Mecklenburg-Vorpommern, die sich in besonderer Weise um das Gemeinwesen verdient gemacht haben.