Die EU sieht laut einem Bericht der Financial Times die frühere deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und den ehemaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi als mögliche Unterhändler für Gespräche mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin über den Ukraine-Krieg. Die Zeitung beruft sich auf mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen.
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Demnach wollen die EU-Aussenminister kommende Woche bei einem Treffen auf Zypern mögliche Kandidaten diskutieren. Hintergrund sei die stockende Dynamik der von den USA geführten Verhandlungen sowie die Sorge in europäischen Hauptstädten, bei einer möglichen Einigung zwischen Washington und Moskau politisch an den Rand gedrängt zu werden. Mehrere Quellen erklärten laut Bericht, die US-Regierung unter Präsident Donald Trump habe signalisiert, sie habe keine Einwände gegen parallele europäische Kontakte zu Putin.
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 hatte Brüssel die offiziellen Kommunikationskanäle nach Moskau weitgehend eingefroren. Nun wächst laut Financial Times innerhalb der EU die Überzeugung, dass Europa bei möglichen Friedensgesprächen eine eigene Stimme brauche. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj habe nach einem Telefonat mit EU-Ratspräsident António Costa erklärt: «Wir stimmen beide darin überein, dass Europa an den Verhandlungen beteiligt sein muss.»
Neben Merkel und Draghi werden laut Bericht auch Finnlands Präsident Alexander Stubb sowie dessen Vorgänger Sauli Niinistö genannt. Draghi gilt in Brüssel als konsensfähiger Technokrat mit internationalem Gewicht. Merkel hingegen bleibt umstritten. Innerhalb der deutschen CDU werde ihre Russland-Politik weiterhin kritisiert. Ein CDU-Abgeordneter bezeichnete die Idee einer Vermittlerrolle laut Bericht als «unsinnig».
Merkel selbst äusserte sich zurückhaltend. Bei einer Konferenz sagte sie, Putin nehme wohl eher aktive Regierungschefs ernst. Gleichzeitig bedauerte sie, dass Europa bisher nicht direkt an den Gesprächen beteiligt sei.
Russland zeigt sich offiziell offen für Kontakte. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte vergangene Woche laut Bericht: «Putin ist nur einen Telefonanruf entfernt.» Moskau verlange jedoch einen europäischen Gesprächspartner, der sich nicht öffentlich feindselig gegenüber Russland geäussert habe.