Die geplanten EU-Regeln zum Ausschluss chinesischer Technologieanbieter aus kritischen Bereichen könnten die Mitgliedstaaten laut einer Studie bis 2030 insgesamt 367,8 Milliarden Euro kosten. Darüber berichtet Reuters unter Berufung auf eine Untersuchung der Beratungsgesellschaft KPMG im Auftrag der Chinesischen Handelskammer bei der EU (CCCEU). Besonders stark betroffen wäre demnach Deutschland mit geschätzten Kosten von 170,8 Milliarden Euro.
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Die Europäische Kommission hatte im Januar eine Reform des EU-Cybersicherheitsgesetzes vorgeschlagen. Demnach sollen Bauteile und Geräte von als Hochrisikoanbieter eingestuften Unternehmen schrittweise ersetzt werden. Betroffen wären achtzehn kritische Bereiche, darunter Energieversorgung, Verkehr, Gesundheitswesen, Banken, digitale Netze und Raumfahrt. Laut Reuters könnte dies auch den chinesischen Telekommunikationskonzern Huawei treffen.
Den grössten Kostenblock bildet laut der Studie der Austausch bestehender Hardware mit rund 146,2 Milliarden Euro. Weitere Belastungen entstünden durch Betriebsunterbrechungen, Personalmassnahmen, Rechtsstreitigkeiten und die Umverteilung von Ressourcen. Die jährlichen Kosten sollen von 39,1 Milliarden Euro im Jahr 2026 auf einen Höchststand von 93 Milliarden Euro im Jahr 2028 steigen.
Neben Deutschland wären auch Frankreich, Italien, Spanien, Polen und die Niederlande jeweils mit mehr als 10 Milliarden Euro belastet. Besonders betroffen wären in Deutschland die Bereiche Energie und Telekommunikation.
China hatte zuletzt gefordert, im Gesetzesentwurf keine Staaten pauschal als Cybersicherheitsrisiko und keine Anbieter als «hochriskant» einzustufen. Peking drohte zudem mit Gegenmassnahmen, falls die EU keine wesentlichen Änderungen am Vorhaben vornehme.