US-Vizepräsident J. D. Vance hat Europa erneut scharf angegriffen und den Nato-Staaten mangelnde Eigenverantwortung bei der Verteidigung vorgeworfen. Bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus erklärte Vance laut der Zeitung Bild, er höre seit Jahren das «Gejammer europäischer Medien» über angebliche Defizite der USA. Gleichzeitig müssten die Vereinigten Staaten hohe Verteidigungsausgaben tragen, weil sie seit Jahrzehnten Zehntausende Soldaten in Europa stationierten.
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Auslöser der Aussagen war eine Reporterfrage zur abgesagten Verlegung von 4000 US-Soldaten nach Polen. Der Journalist wollte wissen, ob die Entscheidung als Signal an Russland verstanden werden könne. Vance reagierte mit einer grundsätzlichen Kritik an europäischen Staaten und Medien. «Es wäre vernünftig, dass Europa etwas mehr Verantwortung für die eigene kontinentale Sicherheit übernimmt», sagte der republikanische Vizepräsident.
Die Entscheidung der US-Regierung sorgt insbesondere in Polen für Nervosität. Das Pentagon hatte die geplante Verlegung einer Panzerbrigade vom texanischen Stützpunkt Fort Hood gestoppt. Auch innerhalb der Republikanischen Partei stiess der Schritt auf Kritik. Der republikanische Kongressabgeordnete Don Bacon bezeichnete die Entscheidung laut Bericht als «verwerflich» und warnte vor einem falschen Signal an Warschau und Moskau.
Die Absage fügt sich in eine breitere Reduktion der amerikanischen Militärpräsenz in Europa ein. Bereits zuvor hatte Washington den Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland eingeleitet. Präsident Donald Trump und sein Umfeld werfen europäischen Nato-Partnern seit Jahren vor, zu wenig für die eigene Verteidigung auszugeben. Vance verschärfte diesen Kurs nun auch rhetorisch – und richtete seine Kritik direkt gegen europäische Medien und Regierungen.