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Für Grünen-Chefin Brantner kann Deutschland ruhig wieder Europa kommandieren – solange nicht die AfD regiert

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Für Grünen-Chefin Brantner kann Deutschland ruhig wieder Europa kommandieren – solange nicht die AfD regiert
Für Grünen-Chefin Brantner kann Deutschland ruhig wieder Europa kommandieren – solange nicht die AfD regiert
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Joschka Fischer kann stolz sein auf seine späte Nachfolgerin an der Grünen-Spitze. Als er seinerzeit Einsätze der Bundeswehr in Jugoslawien rechtfertigte, flog ihm ein Shitstorm um die Ohren – der damals freilich nicht so hiess.

Nun hat die derzeitige Grünen-Chefin Franziska Brantner die Latte höher gelegt. In einer Grundsatzrede erklärte sie das Nachkriegsmantra des «Nie wieder» für obsolet.

Bernd von Jutrczenka/DPA/Keystone
Für Grünen-Chefin Brantner kann Deutschland ruhig wieder Europa kommandieren – solange nicht die AfD regiert
Bernd von Jutrczenka/DPA/Keystone

Sie klang wie Kanzler Friedrich Merz, als sie sagte, dass Berlins zurückhaltende Aussen- und Rüstungspolitik vorüber sei: «Sie endet nicht, weil wir unsere Haltung verändert haben, sondern weil sich die Welt um uns herum verändert hat.»

Merz prahlt, er wolle Deutschland zu Europas stärkster Militärmacht machen. Aber anders als er überlegt Brantner, wie der Rest des Kontinents über diese Grossmannssucht denkt.

Ihre Antwort: Nicht gut. «Hinter der Erleichterung verbergen sich bei denselben Partnern, die eine stärkere Bundeswehr begrüssen, auch Gefühle, die sie aus Höflichkeit nicht laut aussprechen: ein stilles, anhaltendes, historisch verwurzeltes Unbehagen angesichts der Aussicht auf einen Kontinent, auf dem Deutschland wieder mit deutlichem Abstand die dominierende Militärmacht ist.»

So weit, so richtig, spräche sie nicht für eine Partei, die ihren Pazifismus über Bord geworfen hat. Aber weil sie als Grüne ideologisch verblendet ist, beschwört sie eine andere Gefahr herauf: Nicht Berlin ist eine Sorge für Europa, sondern die AfD, falls sie in Berlin regiert.

Das ist kurz und falsch gedacht. Eine AfD-Regierung würde einen Ausgleich mit Ost und West suchen. Das Problem liegt tiefer, und Europas Nachbarn kennen es. Brantner selbst traf den Nagel auf den Punkt, als sie vom «unvorhersehbaren» Deutschland sprach.

Der italienische Intellektuelle Luigi Barzini beschrieb das Phänomen, als er Deutschland mit dem wandelbaren griechischen Meeresgott Proteus verglich. Die Deutschen veränderten sich ständig.

In den napoleonischen Kriegen waren sie eine Lachnummer, eine Generation später schlugen sie Europas stärkste Macht Frankreich. Nach dem Ersten Weltkrieg lagen sie ausgeblutet am Boden; eine halbe Generation später unterjochten sie Europa.

Nicht die AfD ist das Problem, sondern Geografie und Demografie. Deutschland ist der bevölkerungsreichste Staat mitten auf dem Kontinent. Deshalb wäre es gut, wenn es nicht wieder kommandiert.

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