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Frontlinie Stromnetz: Ukraine und Russland liefern sich im Winter einen zunehmend eskalierenden Energiekrieg

Mit dem Herannahen des Winters eskaliert der Ukraine-Krieg zunehmend zu einem offenen Energiekrieg. Kiew greift gezielt russische Raffinerien und Gasinfrastruktur an – Moskau reagiert mit massiven Drohnen- und Raketenangriffen auf ukrainische Strom- und Gasanlagen. Die Folgen sind landesweite Blackouts, Treibstoffmangel und drohende Milliardenkosten für Energieimporte.

SERGEY KOZLOV / KEYSTONE
epa12419266 Ukrainian rescuers work to extinguish a fire at the site of a Russian strike on a marketplace in Kharkiv, northeastern Ukraine, 01 October 2025, amid the Russian invasion
SERGEY KOZLOV / KEYSTONE

In der vergangenen Woche hat die Ukraine laut eigenen Angaben vier russische Öl- und Gasanlagen getroffen – darunter ein Gasverarbeitungswerk in Wolgograd und eine Raffinerie im Ural. Die Schäden führten in Teilen Russlands zu Benzinknappheit. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte: «Der Mangel an Treibstoff in Russland beträgt derzeit etwa 20 Prozent.» Möglich sei dies durch neue, lokal produzierte Marschflugkörper.

Gleichzeitig erleidet auch die Ukraine laut CNN schwerwiegende Verluste. Bei Angriffen auf Energieanlagen habe Russland zuletzt mehr als 50 Raketen und über 900 Drohnen eingesetzt. Allein in der Region Odessa waren 240.000 Haushalte ohne Strom, in Kiew mehr als 800.000. «Leider gibt es erhebliche Schäden an der Energieinfrastruktur», sagte Premierministerin Julija Swyrydenko. Laut Energieministerin Svitlana Grynchuk wird die Ukraine gezwungen sein, ihre Gasimporte um 30 Prozent zu erhöhen.

Damit steigen auch die Kosten. Allein zur Deckung des Bedarfs bis Ende Winter müssten über vier Milliarden Kubikmeter Gas beschafft werden – ein Aufwand von etwa zwei Milliarden Dollar. Die meisten Importe sollen aus Europa kommen. Schon jetzt verhandelt Kiew mit europäischen Partnern über zusätzliche Kredite. Laut CNN sind dafür bereits Mittel in Höhe von 800 Millionen Euro zugesichert.

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