Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bezeichnet die Schweiz als mögliches Sicherheitsrisiko für Europa und kritisiert ihre Verteidigungsfähigkeit. Grund dafür sind laut Bericht erhebliche Lücken bei Luftabwehr und militärischer Ausrüstung.
Der Schweizer Rüstungschef Urs Loher warnt, dass derzeit nur rund 8 Prozent der Landesfläche vor Luftangriffen geschützt werden können. Gründe seien kleine Bestellmengen, geringe Priorität auf dem internationalen Rüstungsmarkt und politische Uneinigkeit über die Finanzierung. Während andere Staaten ihre Verteidigung ausbauen würden, müsse die Schweiz rasch handeln.
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Die FAZ verweist zudem auf kritische Infrastruktur wie den «Stern von Laufenburg», ein Umspannwerk im Kanton Aargau, das seit 1958 Stromnetze mehrerer Länder verbindet. Unbekannte Drohnen über der Anlage hätten im Herbst für Aufsehen gesorgt.
Die Zeitung schreibt weiter, die Schweiz habe gegen Drohnenangriffe «keinerlei Mittel in der Hand», auch die Raketenabwehr «spottet jeder Beschreibung». Als Beispiele nennt sie veraltete Systeme wie Stinger-Raketen und Fliegerabwehrkanonen aus den 1960er Jahren.
Laut Bericht besteht die Sorge, dass die Schweiz wegen ihrer Verwundbarkeit gezielt angegriffen werden könnte, um Nato-Staaten zu schwächen. Angriffe auf Energie-, Daten- oder Verkehrsnetze könnten auf Nachbarländer übergreifen.
Die Militärausgaben wurden seit 1990 auf rund 0,7 Prozent des BIP gesenkt. Eine geplante Erhöhung auf etwa 1 Prozent liegt weiterhin unter dem Niveau vieler Nato-Staaten.
Die Haltung zu Waffenexporten sorgt ebenfalls für Kritik. Sie verhindert bislang, dass andere Länder Schweizer Rüstungsgüter an die Ukraine weitergeben. Gleichzeitig verteuern sich die beschafften F-35-Kampfflugzeuge, und die Lieferung moderner Luftabwehrsysteme verzögert sich.