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Flucht in die digitale Komfortzone: Warum SPD, Grüne und Linke nicht mehr auf X sein wollen

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Flucht in die digitale Komfortzone: Warum SPD, Grüne und Linke nicht mehr auf X sein wollen
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In einer konzertierten Aktion haben die SPD, die Grünen und die Linke am Montagmorgen ihren geschlossenen Rückzug von der Plattform X, dem einstigen Twitter, verkündet. Die Parteien begründen diesen Schritt wortgleich damit, dass X in den letzten Jahren im «Chaos versunken» sei und «zunehmend Desinformation» fördere. Hinter dieser Aktion steckt eine über Wochen geplante Strategie, die massgeblich auf die Initiative der politischen Geschäftsführerin der Grünen, Pegah Edalatian, zurückgeht. Edalatian koordinierte die Absprache zwischen den drei Parteien, um durch den zeitgleichen Austritt und den gemeinsamen Hashtag #WirVerlassenX ein deutliches Zeichen gegen die Entwicklung der Plattform unter Elon Musk zu setzen. Laut Edalatian hat X massiv an Relevanz als seriöse Informationsquelle verloren und sei stattdessen zu einem «Einfallstor für eine aggressive Debattenkultur» geworden.

Montage der Weltwoche
Flucht in die digitale Komfortzone: Warum SPD, Grüne und Linke nicht mehr auf X sein wollen
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Dieser strategische Rückzug umfasst nicht nur die offiziellen Partei- und Fraktionsaccounts, sondern wird auch von führenden Repräsentanten persönlich vollzogen. So stellten etwa Linken-Chef Jan van Aken und die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge ihre Konten ein, während andere wie die Linkenfraktionschefin Heidi Reichinnek bereits früher gegangen waren. Die Partei-Accounts werden dabei vorerst deaktiviert, aber nicht gelöscht. Für die politische Kommunikation verweisen die Parteien nun auf Plattformen wie Instagram oder Bluesky.

Indem SPD, Grüne und Linke das Feld räumen, überlassen sie die Plattform kampflos Akteuren wie der CDU oder der AfD, die dort weiterhin eine hohe Präsenz pflegen. Der spöttische Kommentar von FDP-Vize Wolfgang Kubicki markiert diesen Umstand: Dass die SPD wachsendem Chaos mit dem eigenen Rückzug begegne, sei ein «überraschend selbstkritischer und ehrlicher Schritt». Es bleibt nun abzuwarten, ob die Deaktivierung der Accounts tatsächlich ein wirksames Signal gegen Desinformation setzt oder ob man dadurch vor allem an Einfluss auf den öffentlichen Diskurs in einem der meistgenutzten sozialen Netzwerke einbüsst.

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