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Financial Times: EU-Düngemittel-Produzenten fordern höhere Zölle auf russische Importe

Die europäischen Hersteller von Düngemitteln drängen auf deutlich höhere Einfuhrzölle für russische Produkte als von der EU-Kommission vorgeschlagen. Dies berichtet die Financial Times. Hintergrund ist die anhaltende Krise in der europäischen Landwirtschaft, die unter steigenden Produktionskosten, sinkenden Subventionen und verschärften Umweltauflagen leidet.

PATRICK PLEUL / KEYSTONE
ARCHIV - Ein Landwirt fährt mit einer Dünger- und Pestizidspritze am 18
PATRICK PLEUL / KEYSTONE

Brüssel plant, ab diesem Sommer zusätzliche Zölle von 40 bis 45 Euro pro Tonne zu erheben. Sie sollen über drei Jahre auf bis zu 430 Euro steigen. Diese kämen zu den bereits bestehenden 6,5 Prozent Einfuhrzoll auf russische und belarussische Düngemittel hinzu.

Für die Industrieverbände ist das nicht ausreichend. Svein Tore Holsether, CEO von Yara International, einem der führenden europäischen Düngemittelproduzenten, erklärte der Financial Times, die Massnahmen kämen «zu spät und seien zu gering». Auch Leo Alders, Präsident des Verbandes Fertilizers Europe, fordert eine Mindestzollerhöhung von 30 Prozent mit weiteren Steigerungen im Halbjahresrhythmus.

Die europäischen Hersteller argumentieren, dass sie aufgrund hoher Energiekosten kaum mit russischen Anbietern konkurrieren können. Seit der Eskalation des Ukraine-Kriegs 2022 hat die EU ihre Abhängigkeit von russischer Energie reduziert. Während einige Staaten russisches Gas komplett boykottieren, importieren andere weiterhin Flüssiggas.

Landwirte warnen unterdessen vor weiteren Preissteigerungen, die die ohnehin angespannte Lage in der Branche verschärfen würden. Die europäische Agrarlobby Copa und Cogeca erklärte, Brüssels Massnahmen könnten die Produktionskosten weiter in die Höhe treiben, ohne eine ausreichende Steigerung der heimischen Düngemittelproduktion sicherzustellen.

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