Im Bundesverteidigungsministerium ist es laut einem Bericht der Bild bei einer internen Personalversammlung zu Kritik an der Hausführung gekommen. Dabei soll eine Mitarbeiterin Verteidigungsminister Boris Pistorius und der Leitung des Ministeriums vorgeworfen haben, SPD-Mitglieder bei Beurteilungen und Beförderungen zu bevorzugen.
Nach Angaben der Zeitung äusserte die Mitarbeiterin die Vorwürfe öffentlich vor Beschäftigten des Ministeriums. Teilnehmer berichteten demnach von Zustimmung und Applaus aus dem Publikum. Das Verteidigungsministerium bestätigte den Vorfall auf Anfrage der Zeitung, wies die Vorwürfe jedoch zurück.
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«Bei der angesprochenen Personalversammlung wurde die unwahre Behauptung aufgestellt, dass SPD-Mitglieder im Rahmen des Beurteilungsdurchgangs bevorzugt wurden», erklärte das Ministerium. Minister Pistorius habe dies «sachlich und entschieden zurückgewiesen».
Hintergrund der Diskussion ist eine organisatorische Umstrukturierung im Ministerium. Der sogenannte Beurteilungsstichtag für Beamte im höheren Dienst wurde vorgezogen. Das Ministerium begründet dies damit, dass Beschäftigte noch von ihren bisherigen Vorgesetzten beurteilt werden sollten, bevor neue Strukturen eingeführt würden.
Kritiker innerhalb des Hauses vermuten hingegen, dass bestehende Netzwerke vor dem Umbau noch genutzt werden sollten. Das Ministerium erklärte dazu, es gebe keinen Zusammenhang zwischen Parteizugehörigkeit und Personalentscheidungen.