Ferrari hat sein erstes vollelektrisches Serienmodell vorgestellt und damit an der Börse eine negative Reaktion ausgelöst. Wie mehrere Medien berichteten, verlor die Aktie des italienischen Sportwagenherstellers am Dienstag zeitweise rund 6 Prozent an Wert. Das Papier notierte am Vormittag bei 291,30 Euro.
Ferrari
Das neue Modell trägt den Namen «Luce», italienisch für Licht. Der fünfsitzige Elektrosportwagen verfügt laut Ferrari über mehr als 1000 PS, beschleunigt in rund 2,5 Sekunden von null auf 100 Kilometer pro Stunde und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von über 310 Stundenkilometern. Der Preis soll bei rund 550.000 Euro liegen.
Ferrari-Chef Benedetto Vigna erklärte bei der Präsentation, beim «Luce» habe zunächst das typische Ferrari-Fahrgefühl im Mittelpunkt gestanden und erst danach die Elektrotechnologie. Das Fahrzeug solle sich «wie ein Ferrari» anfühlen.
Kritik gab es vor allem am Design des Fahrzeugs, das von vielen Beobachtern als futuristisch und wenig markentypisch beschrieben wurde. Am Entwurf arbeiteten auch die Designer Jony Ive und Marc Newson mit, die zuvor unter anderem Produkte für Apple gestaltet hatten. In sozialen Medien äusserten zahlreiche Nutzer Zweifel daran, ob der Wagen noch den klassischen Ferrari-Charakter verkörpere.
Ferrari verfolgt beim Umbau zur Elektromobilität eine vorsichtige Strategie. Bis 2030 sollen nach Unternehmensangaben lediglich rund 20 Prozent der Modellpalette reine Elektroautos sein. Der Rest soll weiterhin aus Hybrid- und Verbrennermodellen bestehen.
Auch andere Luxusmarken gehen beim Umstieg auf Elektromobilität zurückhaltend vor. Lamborghini verschob sein erstes vollelektrisches Modell zuletzt auf das Jahr 2029. Hintergrund sind Unsicherheiten über die Nachfrage im Markt für elektrische Luxussportwagen.