Mit 475.000 Euro fördert das Bundesfamilienministerium unter CDU-Ministerin Karin Prien in diesem Jahr den Bundesverband Trans* – trotz eines offenen Gewaltaufrufs eines früheren Mitarbeiters, berichtet das Nachrichtenportal Nius. Tuuli Reiss, bis Februar 2025 sogenannte Fachreferent*in für Gewaltschutz beim Verband, schrieb auf der Plattform Bluesky: «Ja, meine Position ist, dass der Mord an unverantwortlich reichen Menschen nicht nur ethisch vertretbar, sondern nachgerade geboten ist.»
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Reiss’ Worte sorgen für Empörung, nicht zuletzt wegen der staatlichen Unterstützung der Organisation. Seit 2020 erhielt der Verband über das Bundesprogramm «Demokratie leben!» rund 2,4 Millionen Euro. Der Skandal reiht sich ein in eine Serie kritischer Vorfälle rund um das Förderprogramm, das in der Vergangenheit bereits durch Projekte mit antisemitischen Äusserungen und extremistischen Tendenzen aufgefallen war.
Prien kündigte nach Bekanntwerden der Äusserungen eine umfassende Überprüfung an. «Wir werden das Programm evaluieren, umfassend überprüfen und wollen sicherstellen, dass zukünftig Mittel effizienter zur Stärkung der Mitte der Gesellschaft genutzt werden», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Hass und Hetze hätten «nichts verloren», so Prien weiter.
Der Bundesverband Trans* erklärte in einer Pressemitteilung, Reiss sei zum Zeitpunkt der Aussagen nicht mehr für den Verband tätig gewesen. Die Äusserungen seien «ausdrücklich im privaten Rahmen» erfolgt. Zweifel daran bleiben: In einer Broschüre vom März 2025 wird Reiss weiterhin als «Fachreferent*in für Gesundheitspolitik» beim Verband aufgeführt.