Mit viel journalistischem Eifer hat sich SRF bemüht, mit einer «Enthüllung» Patrick Fischer zu Fall zu bringen, den Eishockey-Nati-Trainer, der sich ein gefälschtes Covid-Zertifikat verschafft hatte.
Wo blieb dieser Eifer für die Suche nach der Wahrheit in der Corona-Zeit? Damals, als Bundesrat Alain Berset vor der Kamera unwidersprochen behaupten durfte, mit dem Covid-Zertifikat könne man zeigen, dass man «nicht ansteckend» sei?
Alexandra Wey/Keystone
Jahrelang Lügen gedeckt und verbreitet, bis heute nicht bereit, die Fehlleistungen von damals aufzuarbeiten oder zuzugeben – und nun einen niederschreiben, der sich nur zu verständlicherweise gegen staatliche Willkür gewehrt hat: SRF ist damit nicht allein.
Zum Beispiel ein Kommentator bei Nau.ch. Er schreibt: Wer sich und seine Kinder in der Corona-Zeit nicht impfen liess, habe «dumm, riskant, gefährlich und egoistisch» gehandelt.
Wenigstens sechs Jahre später müsste man es besser wissen. Der Wirkstoff hielt keines seiner Versprechen, schon gar nicht das des Fremdschutzes. Wie konnte es also «egoistisch» sein, die Spritze nicht zu nehmen?
Das Onlineportal Watson liefert eine Bedienungsanleitung, wie Patrick Fischer auch ungeimpft und ohne falsches Zertifikat nach China hätte reisen können. Wäre es nicht sinnvoller, stattdessen endlich klar festzuhalten, dass das ganze Zertifikatsprogramm Lug und Trug war und man von den Menschen etwas forderte, das weder ihre eigene Gesundheit noch die von anderen geschützt hat?
Zu guter Letzt: Für den Tages-Anzeiger hat der Eishockeytrainer «seine Glaubwürdigkeit verspielt». Das sind grosse Worte für eine Zeitung, die in der Corona-Zeit statt einer kritischen Beleuchtung der Politik lieber auf einer Doppelseite «die schönsten und schrägsten Impfzentren der Schweiz» vorgestellt hat.
Man kann über einen Strafbefehl gegen eine prominente Person berichten. Was man nicht tun sollte: den moralisierenden Scharfrichter spielen, nachdem man selbst über Jahre total versagt hat.