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Fall Maisano: Erst gab man Entwarnung, heute stehen schwere Vorwürfe im Raum. Wie glaubwürdig sind die öffentlichen Institutionen noch?

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Fall Maisano: Erst gab man Entwarnung, heute stehen schwere Vorwürfe im Raum. Wie glaubwürdig sind die öffentlichen Institutionen noch?
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Der Fall Maisano lässt das Universitätsspital Zürich nicht zur Ruhe kommen. Neue Enthüllungen, neue Vorwürfe, neue Eskalationen: Nun prüft der Spitalrat laut Medienberichten sogar eine Strafanzeige gegen Verantwortliche der Herzchirurgie.

Im Zentrum stehen fragwürdige Eingriffe, unklare Indikationen und mehrere Todesfälle im Umfeld der Klinik. Ein externer Bericht spricht von Operationen ohne klare medizinische Notwendigkeit. Selbst das USZ räumt inzwischen schwere interne Mängel ein. Der Druck wächst – politisch, juristisch, öffentlich.

© KEYSTONE / MICHAEL BUHOLZER
Medienkonferenz zu den Vorkommnissen an der Herzchirurgie des USZ
© KEYSTONE / MICHAEL BUHOLZER

Und doch wirft dieser Fall vor allem eine grundsätzliche Frage auf: Wie konnte es so weit kommen?

Denn bereits im Jahr 2020 lag ein Untersuchungsbericht vor. Die renommierte Kanzlei Walder Wyss hielt damals fest, es gebe «keine Hinweise auf ein strafbares Verhalten». Gleichzeitig dokumentierte derselbe Bericht erhebliche Missstände. Eine widersprüchliche Diagnose, die heute schwerer wiegt denn je.

Wem soll man glauben?

Heute ist von möglichen strafrechtlichen Konsequenzen die Rede, von systematischen Problemen, von medizinischen Fehlentscheidungen mit potenziell tödlichen Folgen. Damals hingegen wurde Entwarnung gegeben – zumindest juristisch. Der Chefarzt wurde zwar später fallen gelassen, doch die offizielle Linie blieb zunächst erstaunlich zurückhaltend.

Das Ganze hinterlässt einen schalen Eindruck. Es geht längst nicht mehr nur um einzelne Eingriffe oder individuelle Verantwortung. Vielmehr drängt sich der Verdacht auf, dass hier ein ganzes System versagt hat – oder zumindest nicht in der Lage war, sich selber rechtzeitig und glaubwürdig zu kontrollieren.

Besonders irritierend: Von den damals Verantwortlichen ist heute praktisch niemand mehr im Amt. Regierungsrat, Spitalrat, Spitalleitung, Klinikführung – fast alle weg. Verantwortung verflüchtigt sich, Zuständigkeiten verschwimmen, Erinnerungslücken werden zur bequemen Strategie.

Gerade in einem Bereich wie der Herzchirurgie, wo es um Leben und Tod geht, darf es keine institutionelle Amnesie geben. Vertrauen entsteht nicht durch personelle Rochaden oder nachträgliche Schadensbegrenzung, sondern durch Transparenz und Konsequenz.

Der Fall Maisano ist deshalb mehr als ein Medizinskandal. Er ist ein Lackmustest für die Glaubwürdigkeit öffentlicher Institutionen. Und bislang fällt dieser Test ernüchternd aus.

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