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Nach der Kritik an der Berichterstattung der BBC über den 6. Januar 2021 stellt sich auch in der Schweiz die Frage, berichtete das gebührenfinanzierte Fernsehen korrekt über die Rede Trumps damals. Das Schweizer Fernsehen SRF sendete am 13. Januar in der Rundschau einen Bericht über den Sturm auf das Kapitol. Eingeleitet wird der Beitrag so. Wir werden den Diebstahl stoppen. Wir werden wie verrückt kämpfen. Macht ihr das nicht, verlieren wir unser Land. SRF stellt die Aussagen Trumps, die er mittags äusserte, in Kontext der Gewalt, die ein paar Stunden später stattfindet. Der Sender schreibt, der Beitrag enthielt die Schlüssel-Szenen des 6. Januars 2021 und die wichtigsten Aussagen aus der Rede von Donald Trump. Später im Rundschau-Beitrag zitiert SRF Trump so. Wir werden aufs Kapitol zu marschieren. Die Redaktion lässt dabei mehrere Passagen aus. Unter anderem das relevante Zitat Trumps zum friedlichen Protest. Weil wir unser Land niemals mit Schwäche zurückerobern werden. Ihr müsst Stärke zeigen. Stark sein. Trump lässt die Rede ausklingen. I know that everyone here will soon be marching over to the Capitol building to peacefully and patriotically make your voices heard. SRF verteidigt die journalistische Arbeitsweise. Die Sequenz sei mit einem den Schnitt transparent machenden sogenannten Weissblitz getrennt worden. Das sei ein üblicher und legitimer Vorgang, sofern man damit nicht die Aussage grundlegend verändert oder verzerrt. Das sei laut SRF hier nicht der Fall. SRF AB keine Aussagen von Trump aus dem Zusammenhang gerissen und auch nicht den Eindruck erweckt, Donald Trump habe in seiner Rede direkt und aktiv zum Sturm auf das Kapitol aufgerufen. SRF interpretiert das Zitat zum friedlichen und patriotischen Protest anders. Es hat auch keinen expliziten Appell Trumps für eine friedliche Demonstration gegeben. Angesichts der Tonalität seiner gesamten Rede wäre es nicht sachgerecht gewesen zu sagen, Trump habe zu einer friedlichen Demonstration aufgerufen. SRF sei überzeugt, den Kerngehalt seiner kämpferischen, einstündigen Rede korrekt wiedergegeben zu haben.

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BBC ist überall: Wie das Schweizer Fernsehen Trumps «Kapitol»-Rede umdeutete

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BBC ist überall: Wie das Schweizer Fernsehen Trumps «Kapitol»-Rede umdeutete
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Kapitel

  1. Einleitung und Kontext der Berichterstattung
  2. Bericht des Schweizer Fernsehens über den Kapitolsturm
  3. Berichterstattung von SRF über Trumps Rede
  4. Zitate und Auslassungen in Trumps Rede
  5. Verteidigung der journalistischen Arbeitsweise von SRF
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Die Rede von US-Präsident Donald Trump am 6. Januar 2021 zwingt die BBC derzeit zu Rücktritten und Schuldeingeständnissen. Wie sieht die Berichterstattung in der Schweiz aus?

In der SRF-«Rundschau» vom 13. Januar 2021 wurde Trumps Rede mit dramatischen Bildern des späteren Sturms auf das Kapitol verknüpft. Trump sagt im O-Ton: «We will stop the steal» («Wir werden den Diebstahl stoppen»). Es folgt ein schreiender Polizist, der vom republikanischen Mob eingeklemmt wird. SRF zitiert wieder Trump: «We fight like hell» («Wir werden wie verrückt kämpfen»), in den nächsten Sekunden sieht man die Menge vor dem Kapitol, es fallen Schüsse. Die Botschaft ist klar: Hier die Worte Trumps, dort die Gewalt. Ursache und Wirkung zusammenmontiert.

SRF sieht darin kein Problem. Man habe «die Schlüsselszenen des 6. Januars 2021 und die wichtigsten Aussagen aus der Rede von Donald Trump» gezeigt, wie Nachrichtenchef Gregor Meier auf Anfrage erklärt.

Noch brisanter: Die Passage, in der Trump ausdrücklich sagt, man werde zum Kapitol ziehen, um «peacefully and patriotically» («friedlich und patriotisch») seine Stimme zu erheben, fehlt komplett. SRF setzt einen sogenannten Weissblitz ein, um die Rede gezielt zu kürzen. Dies sei «ein üblicher und legitimer Vorgang», solange man die Aussage nicht «grundlegend verändert oder verzerrt».

SRF bestreitet die Aussage, dass es einen «expliziten Appell Trumps für eine friedliche Demonstration» gegeben habe.

Die Redaktion erklärt dazu: «Angesichts der Tonalität seiner gesamten Rede wäre es nicht sachgerecht gewesen, zu sagen, Trump habe zu einer friedlichen Demonstration aufgerufen. Wir sind deshalb überzeugt, den Kerngehalt seiner kämpferischen einstündigen Rede korrekt wiedergegeben zu haben.»

Mit anderen Worten: Der einzige Satz, der Trump entlastet, wird gestrichen – und dann zur inhaltlichen Irrelevanz erklärt.

Es geht nicht darum, Trumps Reaktion auf seine Wahlniederlage schönzuschreiben. Aber die Antwort auf die Frage, ob er zum Sturm aufgerufen hat oder nicht, hängt daran, was er damals – vor Ausbruch der Gewalt – gesagt hat. Wenn ein staatlich finanzierter Sender genau diesen Satz unterschlägt und das Resultat als «angemessen und sachgerecht» verteidigt, darf sich der Gebührenzahler durchaus fragen, wessen Wahrheit hier eigentlich erzählt wird.

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