Seit Tagen kreist die Medienbranche um Pascal Schmitz, den SRF-Mann und Eishockey-Speaker, der eine vertrauliche Information über Nationaltrainer Patrick Fischer öffentlich ausgeschlachtet hat und dann von der Weltwoche überführt wurde, wie er geschmacklose Onlinekommentare abgesetzt hatte. Die Angelegenheit ist seither aus allen Winkeln kommentiert, bewertet und weiterverarbeitet worden. Medienleute zitieren Medienleute, Redaktionen spiegeln Redaktionen, und aus einer fragwürdigen Indiskretion ist ein Betrieb geworden, der sich vor allem mit sich selbst beschäftigt.
SRF/Gian Vaitl
Je länger diese Debatte andauert, desto sichtbarer wird allerdings das eigentliche Problem: das Schweigen der Verantwortlichen.
Ausgerechnet die Führung der SRG, die in einem solchen Fall Orientierung geben und Verantwortung übernehmen müsste, bleibt auffallend blass. Man hört nichts, man erfährt nichts, man lässt die Sache treiben. Wo ist SRF-Chefredaktor Tristan Brenn? Was sagt die im Abstimmungskampf gegen die «200 Franken sind genug»-Initiative omnipräsente SRG-Generaldirektorin Susanne Wille? Das ist nicht bloss missglückte Kommunikation, sondern Ausdruck einer Führung, die ihrer Aufgabe nicht gerecht wird.
So ist aus einem persönlichen Fehltritt längst ein institutionelles Problem geworden. Nicht allein deshalb, weil ein Mitarbeiter jedes Gespür für Grenzen, Loyalität und professionelle Zurückhaltung vermissen liess. Sondern vor allem deshalb, weil die Spitze eines gebührenfinanzierten Medienhauses den Eindruck hinterlässt, mit einem solchen Vorfall überfordert zu sein.
Gleichzeitig ist der Punkt erreicht, an dem alles gesagt ist. Die Empörung ist formuliert, die Kritik liegt auf dem Tisch, die Fronten sind geklärt. Wer die Angelegenheit nun weiter bewirtschaftet, sorgt nicht für zusätzliche Erkenntnis, sondern verlängert bloss die Erregung. Zurück bleibt eine unerquickliche Affäre mit lauter Verlierern: Patrick Fischer, Pascal Schmitz und eine SRG-Führung, die durch ihr Schweigen aus einem Fehlverhalten eine Führungskrise gemacht hat.
Nun wäre es an der Zeit, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Nicht weil sie gering wäre. Sondern weil ihr öffentlicher Ertrag erschöpft ist.
Der Schaden ist angerichtet, die Mängel sind sichtbar, das Urteil ist gefällt. Alles Weitere wäre bloss noch Nachspiel.