Der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig hat der SPD empfohlen, sich auch auf von der AfD tolerierte Minderheitsregierungen einzulassen. Der SPD-Politiker sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung, Sozialdemokraten könnten wie in Dänemark bei bestimmten Themen mit Rechtspopulisten zusammenarbeiten, um verlorene Wähler zurückzugewinnen.
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Albig erklärte, eine solche Zusammenarbeit bedeute nicht, dass die SPD das «ideologische Gedankengut von Rechtspopulisten» teile. Vielmehr gehe es darum, Wählern zu zeigen: «Wir haben verstanden – kommt wieder nach Hause.» Viele frühere SPD-Wähler wechselten zur AfD, weil sie bei den Sozialdemokraten etwas vermissten.
Der ehemalige Ministerpräsident brachte dabei auch konkrete Modelle ins Gespräch. Für Mecklenburg-Vorpommern könne er sich vorstellen, dass Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nach der Landtagswahl erkläre: «Ich suche mir meine Mehrheiten im Landtag je nach Thema.» Allparteien-Bündnisse gegen die AfD belasteten dagegen die Leistungsfähigkeit der Demokratie und hinterliessen «nur noch frustrierte Wähler», sagte Albig.
Mit Blick auf hohe Zustimmungswerte für die AfD erklärte der SPD-Politiker: «Wenn 30 Prozent diese Partei wählen, können wir nicht auf Dauer so tun, als wäre das die Ausgeburt der Hölle.» Sollte die SPD ihren bisherigen Kurs fortsetzen, könne es sein, «dass es die Sozialdemokratie hierzulande bald nicht mehr gibt».
Albig war von 2012 bis 2017 Ministerpräsident von Schleswig-Holstein.