In der sicherheitspolitischen Debatte in Europa warnen zahlreiche Kommentatoren, Europa stünde im Falle eines US-Rückzugs unter Donald Trump völlig schutzlos da. Doch ein Blick auf die harten Fakten einer aktuellen Studie von Greenpeace Deutschland zeigt: Das Gegenteil ist der Fall.
Selbst ohne die USA sind die europäischen Nato-Staaten plus Kanada demnach einer allfälligen russischen Bedrohung militärisch und wirtschaftlich massiv überlegen.
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Im Jahr 2025 gaben die europäischen Alliierten zusammen rund 626 Milliarden US-Dollar für ihre Streitkräfte aus. Russland hingegen steckte trotz drastisch hochgefahrener Kriegswirtschaft umgerechnet nur rund 190 Milliarden US-Dollar in sein Militär. Selbst kaufkraftbereinigt erreicht Moskau mit etwa 540 Milliarden US-Dollar nicht das Niveau Europas.
Auch das konventionelle Kräfteverhältnis ist eindeutig. Bei den einsatzbereiten Grosswaffensystemen deklassiert Europa den östlichen Nachbarn in fast allen Kategorien.
Europäische Nato-Staaten verfügen über mehr als doppelt so viele Kampfjets (2215 zu 1064) und sind bei der Artillerie im Verhältnis 3:1 im Vorteil. Zudem stehen knapp zwei Millionen europäische Soldaten unter Waffen gegenüber rund 1,26 Millionen auf russischer Seite. Lediglich bei den Atomwaffen herrscht ein strategisches Patt.
Der Grössenvergleich setzt ein Fragezeichen hinter die derzeit laufende Aufrüstungsspirale. Allerdings krankt Europa laut der Studie tatsächlich an einem Problem: nicht an mangelndem Geld, aber an einer rüstungspolitischen Verzettelung.
Nationale Egoismen, so die Autoren, führten zu absurder Verschwendung und einem ineffizienten Flickenteppich: Während die USA nur einen einzigen Kampfpanzertyp produzieren, leistet sich Europa neunzehn verschiedene Modelle.
Gefragt sei deshalb eine nüchterne Bestandsaufnahme und echte Kooperation. Russland sei technologisch abgehängt und blute in der Ukraine wirtschaftlich aus. Europa hingegen sei stark genug, wenn es aufhöre, sein Geld in möglichst vielen verschiedenen Hubschraubervarianten zu verbrennen.