Weltwoche: Herr De Masi, was ist die zentrale Botschaft Ihres Buches «Geld, Macht, Verbrechen»?
Fabio De Masi: Zwei Kernbotschaften. Erstens: Die Finanzmärkte sind zum zentralen Cockpit der Volkswirtschaften geworden – jenes «Rentier»-System zwingt selbst Grosskonzerne, langfristige Investitionen den Interessen der Shareholder unterzuordnen. Donald Trump mit seinen Strafzöllen und China mit seiner strategischen Industriepolitik sind eine Reaktion auf die Krise des Finanzkapitalismus. Und der Renditehunger der Finanzmärkte ist natürlich auch ein Treiber für Finanzkriminalität. Zweitens: Hinter manchen Finanzskandalen stecken handfeste geopolitische Interessen. Beim deutschen Pleit ...