Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

EU-Staaten prüfen Umbau des diplomatischen Dienstes – und wollen Kaja Kallas einschränken

Anhören ( 2 min )
EU-Staaten prüfen Umbau des diplomatischen Dienstes – und wollen Kaja Kallas einschränken
EU-Staaten prüfen Umbau des diplomatischen Dienstes – und wollen Kaja Kallas einschränken
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Mehrere EU-Mitgliedstaaten prüfen laut der Financial Times eine grundlegende Reform des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EEAS). Frankreich, Deutschland und weitere Staaten diskutieren demnach, Kompetenzen der EU-Aussenbeauftragten Kaja Kallas einzuschränken und die Aufgaben der 2010 geschaffenen Behörde teilweise auf die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten zu übertragen.

Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
European Union foreign policy chief Kaja Kallas talks to the media during an informal EU defense meeting in Nicosia, Cyprus, Monday, June 8, 2026
Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved

Wie die Financial Times unter Berufung auf fünf mit den Gesprächen vertraute hochrangige Beamte berichtet, steht die Arbeitsweise des diplomatischen Dienstes zunehmend in der Kritik. Mehrere Regierungen zweifeln demnach an der Fähigkeit des EEAS, auf geopolitische Krisen wie den Ukraine-Krieg, die Spannungen mit dem Iran oder die Politik von US-Präsident Donald Trump wirksam zu reagieren. Ein Beamter sagte laut Zeitung, der Dienst funktioniere in der heutigen Welt nicht wie vorgesehen. Das Problem sei struktureller Natur, weshalb die Struktur neu aufgebaut werden müsse.

Ein Vorschlag aus Paris sieht vor, die Eigenständigkeit der EU-Aussenbeauftragten zu begrenzen. Kallas könnte dabei die Kontrolle über Teile des weltweiten Netzes von mehr als 140 EU-Delegationen verlieren. Nach Angaben der Zeitung bemängeln mehrere Mitgliedstaaten Überschneidungen zwischen dem EEAS, den nationalen Aussenministerien sowie den zuständigen Stellen von Kommission und Ministerrat.

Ein weiterer Beamter erklärte, die Hauptstädte seien frustriert und wollten einen wirksamen Weg finden, damit die EU nach aussen mit einer Stimme auftreten könne. Es bestehe die reale Gefahr, dass der EEAS auseinanderfalle.

Die Debatte wird zudem durch Vorwürfe befeuert, Kallas habe bei Themen wie den Beziehungen zu China eigene Positionen vertreten oder Vorschläge vorangetrieben, bevor diese von den Mitgliedstaaten gebilligt worden seien. Unterstützer einer Reform argumentieren, dass ein Umbau ohne Änderung der EU-Verträge möglich wäre. Dafür wäre jedoch die einstimmige Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten erforderlich. Die Europäische Kommission will im Sommer eine neue Sicherheitsstrategie vorlegen, in die Reformüberlegungen zum diplomatischen Dienst einfliessen könnten. Ein Sprecher von Kallas erklärte, die EU-Aussenbeauftragte konzentriere sich weiterhin voll auf die Erfüllung ihres Mandats. Zudem sei die europäische Aussenpolitik dann am stärksten, wenn die Mitgliedstaaten geschlossen aufträten.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 13.06.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.