Man kann sich bildlich vorstellen, wie Ursula von der Leyen in ihrem Büro sass, Handy in der zittrigen Hand, und auf die ersten Wahlergebnisse aus Ungarn wartete.
Sie konnte es nicht erwarten. Nur siebzehn Minuten liess sie nach Viktor Orbáns Eingeständnis der Niederlage verstreichen, bevor sie den Sieger überschwänglich beglückwünschte.
Auch Europas andere Granden drängelten sich, mit Péter Magyar zu telefonieren – Merz, Macron, Meloni, Weber. Bei Ungarns künftigem Premier glühte das Handy.
Denes Erdos/AP Photo/Keystone
Die euphorische Reaktion illustrierte freilich nur die panische Angst, dass es Orbán noch einmal hätte schaffen können. Magyars Sieg hat diese Angst nicht dauerhaft gebannt. Die Slowakei, Slowenien, Tschechien sind alle nicht auf Linie. Und in Frankreich oder Deutschland bereiten sich Orbáns politische Seelenverwandte auf die Regierungsübernahme vor.
Deshalb: Geniesst den Augenblick. Er wird nicht verweilen, und sei er im Moment noch so schön.