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EU-Agrargelder für Abu Dhabi: Herrscherfamilie der Emirate kassiert mehr als 71 Millionen Euro aus Brüssel

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EU-Agrargelder für Abu Dhabi: Herrscherfamilie der Emirate kassiert mehr als 71 Millionen Euro aus Brüssel
EU-Agrargelder für Abu Dhabi: Herrscherfamilie der Emirate kassiert mehr als 71 Millionen Euro aus Brüssel
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Die Herrscherfamilie der Vereinigten Arabischen Emirate hat laut einer internationalen Recherche mehr als 71 Millionen Euro an EU-Agrarsubventionen erhalten. Das berichten die Plattform Desmog und der Guardian unter Berufung auf EU-Zahlungsdaten aus den Jahren 2019 bis 2024.

Das Geld stammt aus dem milliardenschweren Agrarfonds der Europäischen Union, der eigentlich europäische Bauern unterstützen soll. Stattdessen profitieren zunehmend internationale Grossinvestoren und ausländische Staatsfonds. Im aktuellen Fall flossen die Zahlungen an Firmen, die mit der Herrscherfamilie von Abu Dhabi, den al-Nahyans, verbunden sind.

MOHAMED ALI / KEYSTONE
Sheikh Abdullah bin Zayed al-Nahyan, Aussenminister der Vereinigten Arabischen Emirate
MOHAMED ALI / KEYSTONE

Im Zentrum steht der rumänische Agrarbetrieb Agricost. Das Unternehmen bewirtschaftet rund 57.000 Hektaren Land und gilt als grösster Bauernhof der EU. Allein 2024 erhielt Agricost laut Recherche mehr als 10 Millionen Euro an Direktzahlungen aus Brüssel. Der Betrieb gehört faktisch dem emiratischen Agrarkonzern Al Dahra, hinter dem Mitglieder der Al-Nahyan-Dynastie sowie der Staatsfonds ADQ aus Abu Dhabi stehen.

Damit fliesst EU-Steuergeld indirekt an eine der reichsten Herrscherfamilien der Welt. Die al-Nahyans kontrollieren den ölreichen Golfstaat Abu Dhabi und verfügen nach Schätzungen über Vermögenswerte von mehreren Hundert Milliarden Dollar. Kritiker sehen darin einen Widerspruch zum ursprünglichen Zweck der EU-Agrarpolitik.

Die Vereinigten Arabischen Emirate importieren wegen Klima und Wassermangel einen grossen Teil ihrer Lebensmittel. Seit Jahren kaufen sie Landwirtschaftsflächen in Europa, Afrika und Südamerika auf, um ihre Versorgung zu sichern. Ein Teil der mit EU-Subventionen produzierten Güter wird anschliessend in die Golfregion exportiert.

Der Fall zeigt ein Grundproblem der EU-Agrarsubventionen: Die Zahlungen richten sich vor allem nach der Grösse der bewirtschafteten Fläche. Wer viel Land besitzt, erhält viel Geld – unabhängig davon, ob dahinter ein Familienbetrieb oder ein milliardenschwerer Staatsfonds steht.

Die EU-Kommission bestätigte gegenüber den Recherchepartnern, dass die Agrarzahlungen künftig stärker begrenzt werden sollen. In einem Vorschlag für die nächste Förderperiode ab 2028 ist eine Obergrenze von 100.000 Euro pro Betrieb vorgesehen. Ob sich die Mitgliedstaaten darauf einigen, ist offen.

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