Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach den schweren Ausschreitungen im Anschluss an den Champions-League-Triumph von Paris Saint-Germain ein hartes Vorgehen gegen die Verantwortlichen angekündigt. «Wir werden gegenüber denjenigen, die erwischt wurden, kompromisslos sein», sagte Macron bei der Ehrung der Mannschaft im Élysée-Palast. «Wir wollen nicht, dass sich dies wiederholt. Es ist vorbei. Wir haben genug. Das muss ein Ende haben.» Die Krawalle hatten die Feierlichkeiten nach dem Finalsieg von Paris Saint-Germain gegen Arsenal überschattet.
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Nach der jüngsten Zwischenbilanz von Innenminister Laurent Nuñez wurden landesweit rund 780 Personen festgenommen, davon etwa 480 in Paris. Die Zahlen liegen deutlich über früheren Angaben der Polizei, die zunächst von 416 Festnahmen landesweit und 283 in der Hauptstadt ausgegangen war. Das Innenministerium hatte darauf hingewiesen, dass sich die Bilanz im Zuge weiterer Auswertungen noch verändern könne. Zudem wurden 57 Polizisten verletzt.
Während die Mannschaft am Tag nach dem Finalsieg vor Tausenden Anhängern nahe dem Eiffelturm gefeiert wurde, war es in der Nacht zuvor in rund fünfzehn Städten zu Ausschreitungen gekommen. Aus Rennes, Strassburg, Clermont-Ferrand und Grenoble wurden Plünderungen gemeldet. Besonders angespannt war die Lage auf den Champs-Élysées, wo sich vermummte Gruppen und Sicherheitskräfte wiederholt gegenüberstanden. Die Polizei setzte Tränengas ein. Aufnahmen in sozialen Medien zeigen brennende Fahrzeuge, errichtete Barrikaden und Feuerwerkskörper, die in Menschenmengen abgefeuert wurden. Nuñez bezeichnete die Ausschreitungen als «absolut inakzeptabel».
Die Behörden hatten sich auf mögliche Unruhen vorbereitet und landesweit rund 22.000 Polizisten aufgeboten, davon etwa 8000 in Paris. Im Parc des Princes verfolgten rund 40.000 Zuschauer das Finale beim Public Viewing.
Die jüngsten Ereignisse rufen Erinnerungen an die Ausschreitungen nach dem Champions-League-Sieg im Vorjahr wach. Damals registrierten die Behörden zwei Todesopfer, knapp 200 Verletzte, 559 Festnahmen und rund 700 Brände, vor allem von Fahrzeugen. Der erneute Gewaltausbruch zeigt, dass sportliche Grossereignisse in Frankreich weiterhin von erheblichen Sicherheitsrisiken begleitet werden.