Ein Interview des Thüringer AfD-Politikers Björn Höcke in der Weltwoche sorgt für Aufregung in den eigenen Reihen. Westliche Landesverbände empfanden seine Aussagen als Abwertung ihrer Wähler und Funktionäre.
In dem Gespräch teilte Höcke das Land in zwei mentale Zonen ein: Während die Menschen im Osten noch «echte Deutsche» geblieben seien, hätten die Westdeutschen im Grunde eine blosse «Ersatzidentität» angenommen.
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Sie seien, so der Thüringer Fraktionsvorsitzende, lediglich «Deutsch sprechende Amerikaner», von denen sich die westliche Republik vollständig habe «usurpieren» lassen.
Hochrangige Funktionäre und Abgeordnete aus dem Westen Deutschlands reagierten verärgert auf die kulturgeschichtliche Herabstufung. Sie warnten auch vor einem möglichen strategischen Schaden. Um bundesweit je regierungsfähig zu werden, ist die AfD zwingend auf Erfolg auch im Westen angewiesen.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Bernd Baumann, sagte im Spiegel, es habe sich bei Höckes Aussage um eine «Zuspitzung» im politischen Vorwahlkampf gehandelt. Unterschiedliche Prägungen in Ost und West gebe es aber in der Tat.
Bei einer Medienkonferenz reagierten auch die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla. Weidel sagte auf eine entsprechende Frage von Journalisten, Björn Höcke müsse selbst erklären, wie er seine Worte genau gemeint habe. Chrupalla betonte, die AfD sei die erste und führende gesamtdeutsche Partei und dürfe sich nicht spalten lassen.