Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Energiewende, Willkommenspolitik, Ukraine-Unterstützung: Was Deutschland sich und seinen Steuerzahlern die «alternativlosen» Politentscheidungen kosten lässt

Anhören ( 2 min )
Energiewende, Willkommenspolitik, Ukraine-Unterstützung: Was Deutschland sich und seinen Steuerzahlern die «alternativlosen» Politentscheidungen kosten lässt
Energiewende, Willkommenspolitik, Ukraine-Unterstützung: Was Deutschland sich und seinen Steuerzahlern die «alternativlosen» Politentscheidungen kosten lässt
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Manchmal hilft es, einfach zusammenzurechnen. Schon aus Neugier. Was kostet es eigentlich, wenn ein Land politisch «alternativlos» entscheidet, sagen wir: in den vergangenen zehn Jahren?

Fangen wir mit der Energiewende an. Atomkraftwerke auszuschalten, die Kohleverstromung herunterzufahren – das lässt Nachfrage und Preise für andere Energieträger steigen. In der Energiekrise 2022/23 hat der Staat deswegen gleich mehrere Entlastungspakete geschnürt: Strom- und Gaspreisbremse, Dezember-Abschlag für Haushalte, Energiepreispauschale, Hilfen für Unternehmen. Das summierte sich auf grob 100 bis 120 Milliarden. Dazu kommen die Förderkosten für die erneuerbaren Energieträger, die, über die vergangenen zehn Jahre gerechnet, bei rund 200 Milliarden Euro liegen. Zusätzlich fliessen erste Investitionen in neue Netze und Infrastruktur. Unterm Strich landen wir für das vergangene Jahrzehnt bei einer Grössenordnung von mindestens 300 Milliarden Euro, die direkt oder indirekt energiepolitisch motiviert sind.

MICHAEL KAPPELER / KEYSTONE
Bundeskanzler Friedrich Merz und Finanzminister Lars Klingbeil in Hannover
MICHAEL KAPPELER / KEYSTONE

Dann die Migration. Seit 2015 hat Deutschland für Unterbringung, Integration, Sozialleistungen und Verwaltung laut Studien etwa des Instituts der deutschen Wirtschaft jährlich zwischen 20 und 30 Milliarden Euro ausgegeben. Über zehn Jahre ergibt das bis zu 300 Milliarden Euro. Dem gegenüber stehen Fortschritte bei der Integration in den Arbeitsmarkt, aber bislang ergibt sich daraus noch kein positiver fiskalischer Saldo. Viele Zugewanderte zahlen noch zu wenig ein, um die staatlichen Ausgaben auszugleichen. Auch hier: eine Investition in die Zukunft, mit offenem Ausgang.

Die nächste Rechnung führt nach aussen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 hat Deutschland laut Kieler Institut für Weltwirtschaft etwa 30 bis 40 Milliarden Euro an Hilfen geleistet. Gleichzeitig wurde das 100-Milliarden-Sondervermögen für die Bundeswehr aufgelegt. Beides zusammen liegt innerhalb unseres Zehnjahresfensters und summiert sich auf rund 130 Milliarden Euro. Sicherheitspolitik ist zurück, und sie hat ihren Preis.

Im Inland wird es nicht günstiger. Die Rentenkasse wird seit Jahren massiv aus dem Bundeshaushalt gestützt. Allein 2023 lag der Zuschuss bei mehr als 110 Milliarden Euro. Auf zehn Jahre gerechnet, sind das deutlich über eine Billion Euro Steuermittel. Ohne Reformen steigt dieser Betrag weiter, getrieben von Demografie, nicht von Ideologie.

Ähnlich im Gesundheitssystem. Der Bund überweist jährlich zweistellige Milliardenbeträge an die gesetzliche Krankenversicherung, etwa für versicherungsfremde Leistungen oder zur Stabilisierung der Beiträge. In den vergangenen zehn Jahren summiert sich das auf über 100 Milliarden Euro. Eine grundsätzliche Reform wird gerade zerredet.

Wer diese grossen Blöcke zusammenzählt, landet für die letzten zehn Jahre bei einer Dimension von weit über einer Billion Euro. Eine Zahl, die weniger empört als ernüchtert.

Denn es ist natürlich zu einfach, daraus nur einen Vorwurf zu machen. Die Energiewende hat Abhängigkeiten reduziert und neue geschaffen. Migration kann den Arbeitsmarkt stabilisieren. Die Unterstützung der Ukraine ist eine Frage der europäischen Sicherheitsordnung. Renten und Gesundheit sichern sozialen Frieden.

Nur eines stimmt eben nicht: dass all das alternativlos gewesen wäre. Politik ist eine Entscheidung zwischen Optionen mit Kosten auf beiden Seiten. Deutschland hat sich entschieden. Manchmal entschlossen, manchmal zögerlich – immer teuer.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 02.06.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.