Nach dem Sieg der Partei Tisza unter der Führung von Péter Magyar bei den Parlamentswahlen in Ungarn steht für die internationale Presse eines im Vordergrund: die politische Zäsur nach der 16-jährigen Amtszeit von Viktor Orbán.
«Das Ende der Orbán-Ära: Ungarn lehnt Europas starken Mann ab», titelt die New York Times. Die Kontrolle der Medien habe dem langjährigen Regierungschef nicht geholfen. Das Wall Street Journal sieht Signale über Ungarn hinaus und schreibt: «Magyars Erdrutschsieg erschüttert globale populistische Bewegungen.» Ganz anders klingt es bei Fox News, wo man die Niederlage von Orbán als «Schlag für die Souveränitätsbewegungen» und Sieg der «Globalisten» sieht.
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Eine klare Schlagseite weisen britische Medien auf. The Guardian spricht von einem «Sieg des Lichts über die Dunkelheit» und feiert den Wahlsieger Magyar als «Retter der ungarischen Seele». The Economist schreibt von institutionellen Hürden, einem «Deep State», den Orbán hinterlasse.
Deutsche Medien legen den Fokus auf die Beziehungen Ungarns zur EU, die nun neu geordnet werden dürften. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel porträtiert Magyar als Systemsprenger, der mit seinem Sieg in der Europäischen Union für ein Aufatmen gesorgt habe. Auch die FAZ sieht für Ungarn den Weg zurück zur EU geebnet, zeigt sich aber vorsichtig zur Frage, ob der neue Regierungschef, der als ehemaliger Populist beschrieben wird, wirklich einen liberalen Kurs halten werde.
Die russische Nachrichtenagentur Tass betont, der Kreml respektiere die Wahl des ungarischen Volks. Weniger nüchtern gibt sich Russia Today. Dort wird suggeriert, das Resultat sei das Ergebnis von Druck aus dem Westen.
Le Monde in Frankreich zieht Schlüsse auf das eigene Land. Mit der Niederlage von Viktor Orbán sei die «illiberale Achse», zu der die Zeitung Marine Le Pen zählt, geschwächt worden.
Uneingeschränkt gefeiert wird das Resultat in der Ukraine. The Kyiv Independent schreibt von einem «Sieg des Lichts», der Hoffnung auf ein Ende der ungarischen Blockade von Waffenlieferungen gebe.
Die meisten Medien sehen im Sieg von Péter Magyar über Viktor Orbán nicht nur einen Regierungswechsel, sondern einen Systemwechsel. Ungewiss sei, wie der neue Ministerpräsident die von Orbán besetzten Institutionen in Justiz, Medien und Stiftungen reformieren könne.