Der Zuger Patrick Fischer, der die Schweizer an Weltmeisterschaften dreimal als Cheftrainer zu Silber coachte, stand für sein Vergehen gerade, mit einem gefälschten Covid-Zertifikat an die Olympischen Spiele in Peking gereist zu sein.
Fischer schluckte die knapp 40.000 Franken Busse und entschuldigte sich öffentlich.
Für den Hockeyverband am Montag der Anlass, die Akte Fischer einen Monat vor dem Start der Heim-WM am 15. Mai (erstes Spiel gegen die USA) zu schliessen. Verbandspräsident Urs Kessler: «Wir haben die Thematik eingehend mit Fischi besprochen. Er hat die entsprechenden Konsequenzen getragen. Für uns ist die Angelegenheit damit abgeschlossen.»
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Abgeschlossen? Denkste!
Keine 48 Stunden später meldet der Verband: «Patrick Fischer nicht mehr Headcoach der Nationalmannschaft.» Den Rückwärts-Salto erklärt Verbandsboss Kessler so: «Aus heutiger Sicht war unsere erste Beurteilung, wonach die Angelegenheit abgeschlossen ist, zu kurz gegriffen.»
Auf Druck von Medien, die Fischer sofort teeren und federn wollten, von Sponsoren und auch von Seiten des Internationalen Hockeyverbandes knickte der Verband ein. Was für ein epochales Eigentor. In 29 Tagen muss Fischers designierter Nachfolger Jan Cadieux bei der Heim-WM das Erbe des dreifachen Silberschmieds antreten.
Eine Riesenhypothek – für den Verband, das Schweizer Eishockey und das Land insgesamt. Kann das gutgehen? Spätestens nach dem ersten Schweizer Gruppenspiel am 15. Mai gegen Olympiasieger USA wissen wir mehr.