Der frühere Schweizer Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer hat sich erstmals öffentlich nach seiner Entlassung im Zusammenhang mit der Affäre um sein gefälschtes Covid-Zertifikat geäussert. Dies berichtet CH Media unter Berufung auf ein inzwischen gelöschtes Interview mit dem Ostschweizer Wirtschaftsportal Leader.
Fischer bezeichnet seine Entlassung als «einen tiefen Einschnitt». Eine Schuldfrage wolle er nicht stellen. Er sei «nicht über das gefälschte Covid-Zertifikat gestolpert», sondern über seinen «eigenen Optimismus», über sein Vertrauen in Mitmenschen und über «den mir so wichtigen Wert, mir selbst treu zu bleiben».
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Im schriftlich geführten Interview zog Fischer Parallelen zwischen Spitzensport und Wirtschaft. «Der Druck ist derselbe, nur die Kulisse eine andere. Im Eishockey sitzt das Publikum direkt dabei, jeder Fehler ist sofort sichtbar», erklärte der frühere Nationaltrainer. Zum Thema Vertrauen sagte Fischer, die Versuchung sei gross, Probleme zu beschönigen, wenn Erwartungen nicht erfüllt würden. «Ein solches Verhalten zerstört das Vertrauen schneller als jede Niederlage», erklärte der 50-Jährige. Weiter sagte er: «Aus meiner eigenen Erfahrung habe ich gelernt, dass Klarheit schützt. Ein direktes, respektvolles Gespräch, auch wenn es wehtut, ist immer besser als das, was man unter den Teppich kehrt.»
Laut CH Media wurde das Interview wenige Stunden nach der Veröffentlichung wieder gelöscht. Das Medienhaus vermutet, dass dies auf Druck aus Fischers Umfeld geschehen ist. Fischer erklärte zudem, das Thema Resilienz bewege ihn persönlich stark. «Ich habe selbst erlebt, was es bedeutet, neu anzufangen», sagte er. Die vergangenen Monate habe er genutzt, um innezuhalten und zu reflektieren. Künftig wolle er Führungskräfte begleiten, «nicht als jemand, der alles weiss, sondern als jemand, der selbst durchs Feuer gegangen ist».