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Ein Professor behauptet, höhere Steuern dienten dem Klimaschutz. Demnach wäre das Klima in der Steuerhölle Berlin viel besser als in der Tiefsteuer-Stadt Zug

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Ein Professor behauptet, höhere Steuern dienten dem Klimaschutz. Demnach wäre das Klima in der Steuerhölle Berlin viel besser als in der Tiefsteuer-Stadt Zug
Ein Professor behauptet, höhere Steuern dienten dem Klimaschutz. Demnach wäre das Klima in der Steuerhölle Berlin viel besser als in der Tiefsteuer-Stadt Zug
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Wie das Onlinemagazin Watson berichtet, hat eine Studie in der Zeitschrift Nature belegt, dass an der Erderwärmung die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung schuld sind. Sie hätten nämlich seit 1990 rund zwei Drittel der menschengemachten Erderwärmung verursacht. Zu diesem Ergebnis komme eine Studie der ETH Zürich, die erstmals den Zusammenhang zwischen privatem Reichtum und extremen Klimaereignissen untersucht habe. Besonders arge Klimasünder seien die reichen Chinesen und Amerikaner.

© KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Rauchende Kamine in Davos (Symbolbild)
© KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER

Das Ergebnis ist kein Wunder, denn neben dem individuellen Konsum wurden auch die Investitionen der «Reichen» in emissionsintensive Unternehmen «als zentrale Quelle klimaschädlicher Emissionen» berücksichtigt.

Carl-Friedrich Schleussner sei einer der leitenden Autoren der Studie gewesen. Er will die angeblich einflussreichen Akteure der Klimaerwärmung «durch progressive Steuern, die dem Vermögen entsprechend steigen», für ihren Einfluss auf das Klima verantwortlich machen. Schleussner ist Honorarprofessor an der Humboldt-Universität in Berlin und schmückt sich jetzt seltsamerweise mit einer ETH-Studie, obwohl er nicht an der ETH arbeitet.

Wer sich die Mühe macht, die Studie einer aus Deutschland stammenden ETH-Nachwuchswissenschaftlerin namens Sarah Schöngart und Konsorten sorgfältig zu lesen und zu versuchen, die Plausibilität der Argumentationsführung zum Forschungsergebnis («High-income groups disproportionately contribute to climate extremes worldwide») zu verstehen, bleibt am Ende ratlos. Speziell dann, wenn man es gewohnt ist, sich von einer substantiierten Behauptungslast zu einer substantiierten Beweislast vorzuarbeiten.

Dann ist nämlich die Argumentationslinie nicht nachvollziehbar. Noch schlimmer ist die Zusammenfassung und Verkürzung bei Watson mit dem Ergebnis, dass höhere Steuern dem Klimaschutz dienen sollen. Demgemäss wäre der Klimaschutz im doch ziemlich CO2-belasteten Berlin mit seinen hohen Steuern viel besser entwickelt als in der Stadt Zug mit ihren tiefen Steuern. Was die Luftqualität betrifft, hat Zug nämlich einen IQAir von 53, Berlin einen solchen von 56 bis 64.

Wenn irgendein Wirrkopf von der Humboldt- (oder Dummboldt?)-Universität zu Berlin (gemäss QS Ranking auf Rang 130) so etwas verkündet, sollte man dies unter die Meinungsfreiheit von Quacksalbern und Scharlatanen einordnen. Ärgerlich wird die Sache aber dann, wenn die Autoren angeben, ihre Forschungsergebnisse an der ETH Zürich (gemäss QS Ranking auf Rang 7) gewonnen zu haben.

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