Russlands Präsident Wladimir Putin hat seinen Vorstoss bekräftigt, den früheren deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder als möglichen Vermittler bei Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs einzusetzen. Bei einem Auftritt in der kasachischen Hauptstadt Astana verteidigte Putin die Idee und sagte: «Als ich den Namen von Herrn Schröder genannt habe, hatte ich einen Menschen im Blick, dem man vertrauen kann.» Dass er mit Schröder befreundet sei, sei dabei kein Minuspunkt. «Was ist daran schlecht?», fragte der Kremlchef. Schliesslich gehe es um Vertrauen. Der ehemalige deutsche Kanzler vertrete trotzdem nationale Interessen.
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Putin betonte zugleich, Russland wolle der Europäischen Union nicht vorschreiben, wen sie als Unterhändler benennen wolle. Für erfolgreiche Verhandlungen brauche es jedoch Gesprächspartner, die nicht durch besonders scharfe Äusserungen gegenüber Russland aufgefallen seien. Der Kremlchef warf der Europäischen Union vor, den Dialog mit Moskau zu verweigern und damit Chancen auf politische Lösungen ungenutzt zu lassen.
Bereits am 9. Mai hatte Putin Schröder als möglichen EU-Gesandten ins Spiel gebracht. Aus russischer Sicht wäre der ehemalige SPD-Kanzler ein akzeptabler Ansprechpartner für Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges. In Brüssel stiess der Vorschlag allerdings auf deutliche Zurückhaltung.
Bundeskanzler Friedrich Merz stellte zuletzt klar, dass Europa selbst entscheide, wer seine Interessen vertrete. Mitte Mai erklärte er: «Wir Europäer entscheiden selbst, wer für uns spricht, niemand anders.» Gleichzeitig äusserte er Zweifel an der Verhandlungsbereitschaft Moskaus angesichts der anhaltenden russischen Angriffe auf die Ukraine.