In Frankreich verdichten sich die Anzeichen für ein Präsidentschaftsduell zwischen dem rechten Jordan Bardella und dem linken Jean-Luc Mélenchon. Das zeigen mehrere neue Umfragen, über die das Nachrichtenportal Politico berichtet. Demnach liegt Bardella, Vorsitzender des Rassemblement National, weiterhin klar in Führung, während Mélenchon zunehmend Chancen auf den Einzug in die Stichwahl der Präsidentschaftswahl 2027 hat.
GUILLAUME HORCAJUELO / KEYSTONE
Für die politische Mitte wäre ein solches Szenario ein schwerer Rückschlag. Sowohl das Lager von Präsident Emmanuel Macron als auch konservative Kräfte hoffen bislang darauf, einen gemeinsamen Kandidaten gegen die politischen Ränder aufzustellen. Doch die Rivalitäten zwischen dem früheren Premierminister Édouard Philippe und Ex-Regierungschef Gabriel Attal erschweren eine Bündelung der Kräfte. Beobachter warnen, dass die Zersplitterung des Zentrums Mélenchon den Weg in die Stichwahl ebnen könnte.
Mélenchon erlebt damit ein bemerkenswertes Comeback. Der 74-jährige Chef der Bewegung La France Insoumise galt nach den Parlamentswahlen im Frühjahr 2025 bereits als politisch angeschlagen. Inzwischen gewinnt seine Kampagne jedoch an Dynamik. Gleichzeitig baut Bardella seine Stellung als Favorit für den Élysée-Palast weiter aus. Mehrere Umfragen sehen ihn in einer möglichen Stichwahl gegen Mélenchon mit deutlichem Vorsprung.
Damit zeichnet sich gut ein Jahr vor der Wahl eine Entwicklung ab, die in Paris und Brüssel Sorgen auslöst: Frankreichs nächste Präsidentschaft könnte zwischen Rechtsaussen und Linksaussen entschieden werden. Während die politischen Ränder an Zustimmung gewinnen, droht die Mitte den Einzug in die Stichwahl zu verpassen – mit potenziell weitreichenden Folgen für die Innenpolitik Frankreichs und die künftige Rolle des Landes in der Europäischen Union.