Nach dem Einschlag einer Drohne in ein Wohnhaus im rumänischen Galați nahe der ukrainischen Grenze hat Russlands Präsident Wladimir Putin eine Verantwortung Moskaus zurückgewiesen und die Übergabe der Trümmer zur Untersuchung verlangt. Putin erklärte am Rande eines Gipfels der Eurasischen Wirtschaftsunion in Astana: «Niemand kann sagen, woher der eine oder andere Flugapparat stammt, bevor keine Expertise vorgenommen wurde.» Russland sei bereit, an der Aufklärung mitzuwirken.
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Der Vorfall verschärft die Spannungen zwischen Russland und den Nato-Staaten weiter. In der Nacht zum Freitag war eine mit Sprengstoff beladene Drohne auf das Dach eines zehnstöckigen Wohnblocks in der ostrumänischen Stadt Galați gestürzt. Dabei wurde ein Brand ausgelöst. Eine 53-jährige Frau und ihr 14-jähriger Sohn erlitten leichte Verletzungen. Nach Angaben rumänischer Behörden stand der Vorfall im Zusammenhang mit russischen Angriffen auf die benachbarte ukrainische Region um den Donauhafen Reni. Rumäniens Präsident Nicușor Dan sprach von einem Schwarm aus insgesamt 43 Flugobjekten.
Zusätzliche Brisanz erhielt der Fall durch Äusserungen des stellvertretenden Vorsitzenden des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew. Er warnte die Bürger der EU-Staaten vor weiteren Konflikten und erklärte: «Der friedliche Schlaf ist vorbei.» Europa beteilige sich direkt an einem Krieg gegen Russland, weshalb ähnliche Ereignisse künftig häufiger auftreten könnten. Zugleich kündigte das russische Aussenministerium eine rasche Reaktion auf die Schliessung des russischen Konsulats in Constanța an.
Aus Berlin kamen scharfe Reaktionen. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von einer weiteren Eskalation Russlands und bekräftigte die Beistandspflicht innerhalb der Nato. Er erklärte: «Wir sind bereit, jeden Zentimeter des alliierten Territoriums zu verteidigen.» Auch Nato-Generalsekretär Mark Rutte verurteilte den Vorfall und erklärte: «Das rücksichtslose Verhalten Russlands ist eine Gefahr für uns alle.» Rumänien berief nach dem Einschlag sein höchstes Verteidigungsgremium ein. Frankreich forderte ebenfalls Aufklärung von Russland.