Es handelt sich um eine aussergewöhnliche Kehrtwende des Königs: Dass ein ehemaliges Aushängeschild der Sozialdemokratischen Partei (SP) die Migrationspolitik der Schweizerischen Volkspartei (SVP) unterstützt, gilt in der Schweizer Politlandschaft als absolute Seltenheit.
Ernst Schläpfer begründet sein Engagement für die Volksinitiative vor allem mit ökologischen und infrastrukturellen Argumenten. Er betont, dass das ungebremste Bevölkerungswachstum die Lebensqualität, die Landschaften und die Ressourcen des Landes stark gefährde.
Sonja Ruckstuhl Fotografie
Während seiner aktiven Zeit im Schwingsport verkörperte Schläpfer den Typus des intellektuellen Sportlers, der Tradition mit progressivem Denken verband. Dass er sich nun öffentlich an die Seite der SVP stellt, zeigt eine deutliche Verschiebung seiner Prioritäten hin zu einem konservativen Heimatschutz.
Für die SP ist diese Positionierung ein herber Verlust einer einstigen Symbolfigur, während die Befürworter der Initiative Schläpfers Prominenz nutzen könnten, um das Anliegen weit über die bürgerliche Basis hinaus im Volk zu verankern.
Ernst Schläpfer schreibt wörtlich zur Nachhaltigkeitsinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!»: «Ich werde der Initiative zustimmen, da ich der Meinung bin, dass dauerndes Wachstum überhaupt kein Problem löst, sondern im Gegenteil viele zusätzliche schafft. Das Problem wird von unserer linken Seite nicht ernst genommen, was ich unklug finde.»