Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie zur schweizerischen Ausgabe von Weltwoche Daily, die andere Sicht, unabhängig, kritisch, gut gelaunt und zuversichtlich am Dienstag, dem 9. Juni 2000. 26. Dürfen Kinder morgens bald länger schlafen? Darüber wird jetzt diskutiert. Es gibt offensichtlich Studien, die sagen, man müsse den Beginn am Morgen etwas in die späteren Stunden verschieben, um so gewissermassen schlafbiologisch den Kindern entgegenzukommen. Ich muss Ihnen sagen, für mich ist das jetzt eine... dieser typischen Ausprägungen unserer Wohlstandsverwahrlosung in der Schweiz. Denn später aufstehen ist sozusagen ein Verstoss gegen den nationalen Tugend- und Erfolgsrezeptkatalog. Ich erinnere mich an ein Interview, das der damalige Wirtschaftsführer und grosse Politiker Ulrich Brehmi FDP dem Spiegel gegeben hat. Der Spiegel befragte ihn, was ist das Geheimnis der Schweiz, warum geht es dieser Schweiz so gut? Und Premis antwort, weil wir Schweizer eben mindestens eine Stunde früher aufstehen als alle anderen. Deshalb ist es ein Alarmzeichen, das uns im höchsten Mass beunruhigen sollte, wenn unsere Universitäten zum Schluss kommen, dass man künftig die Schule später... beginnen müsste, eben schlafbiologisch, die Schlafbiologie sozusagen als neues Erfolgsmodell für unser Land. Ich habe da meine begründeten Zweifel. Dann ein Ärgernis. Es ist immer wieder das Gleiche. Wir haben es schon angesprochen. Die 13. AHV-Rente ist beschlossen worden. Komplettes Missverständnis. der Medien damals, warum dieser Entscheid zustande gekommen ist. Warum haben die Schweizerinnen und Schweizer für die Einführung einer 13. AHV-Rente gestimmt, obwohl alle wissen, dass unsere Sozialwerke, insbesondere die AHV, nicht nachhaltig finanziert sind. Sie sind nicht abgestützt und abgefedert. Wir haben ein Problem. Warum haben sie es trotzdem gemacht? Ist der Schweizer finanziell leichtsinnig geworden? Ist der Schweizer sozialistisch geworden? Dreht der Schweizer durch? Gibt es da unheilvolle Anwandlungen? So haben es zum Teil die Medien gedeutet. Nein, es ist ganz einfach. Die Leute haben gesagt, jetzt reicht es. Wir haben die Nase voll. Ihr habt in Bern oben das Geld für alles Mögliche. Ihr schmeisst das mit beiden Händen in die ganze Welt hinaus. Aber für uns soll es nichts mehr haben. Nein, jetzt sind zur Abwechslung wir mal dran. Und deshalb diese 13. AHV-Rente. Also die politische Heimatvergessenheit hat hier zu diesem Abstimmungsresultat geführt, in meinen Augen. Jetzt ist die Diskussion im Gange bezüglich der Finanzierung. Und der Nationalrat hat ja hier versucht, eine Lösung zu finden, die weniger stark die Lohnnebenkosten belastet. Der Ständerat ist stärker. Links dominiert, da wird jetzt die Mehrwertsteuererhöhung und eben auch die stärkere Belastung der Lohnnebenkosten ins Auge gefasst. Und einfach zur Erinnerung, wir haben letzte Woche darüber gesprochen, dass 50 Milliarden Schweizer Franken jedes Jahr an Subventionen draufgehen, an alle möglichen Organisationen. Wir haben darüber gesprochen, dass die Schweiz 5 bis 6 Milliarden Franken an die Ukraine verschleudert. 5 bis 6 Milliarden Franken. 50 Milliarden Franken auf Stufe Bund, Kantone, Gemeinden an Subventionen, an ausländische Organisationen, zum Beispiel an Oxfam, aber auch an Rolex, an Roche, an Grosskonzerne. Müssen Sie sich das einmal vorstellen. Milliardenkonzerne werden da subventioniert vom Bund. Natürlich gibt es für jede Subvention eine grossartige Begründung. Und mit der dümmeren, du findest immer eine dümmere Subvention, und mit der dümmeren Subvention begründest du dann die vermeintlich klügere Subvention. So läuft das. Und darum ist das ein Schneeballsystem, das sich immer mehr aufschaukelt, immer mehr aufbläht, bis dann am Schluss, ja, bis dann am Schluss der Staat pleite geht. Das ist hier der Mechanismus. Also meine Damen und Herren, unsere Politik hat komplett... Die Bereitschaft verloren, zu sparen, um das Geld so einzusetzen, wie man es müsste. Und man dreht immer an der Steuerschraube, natürlich mit fatalen Konsequenzen. Rollt der Ball, verblasst die Kritik. Wir stehen vor Beginn der Fussball-Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten, die natürlich unseren Medien nicht gut gefällt, weil sie im Land von Donald Trump jetzt stattfindet und deshalb kann da keine Freude aufkommen. Schon beim letzten Mal, Sie erinnern sich, Katar, Doha, da waren die Medien von Anfang an gegen die Fussball-WM, haben das heruntergeschrieben, dass sich die Balken gebogen haben und am Ende musste man feststellen, hat das zähneknirschend, gar nicht sich eingestehen wollen, dass diese Fussball-WM in Katar da ein riesiger Erfolg war. Die Stadien in einer Stadt innerhalb von wenigen Kilometern, Alkoholverbot, es kam zu keinerlei Ausschreitungen, sogar die dauerbetrunkenen englischen Fans haben sich sozusagen als Krone der Zivilisation, als Höflichkeits-Avantgardisten, als Höflichkeits-Apostel sozusagen da in Doha zu erkennen gegeben. Also... Eine wunderbare WM. Ich habe mich ja den Schluss danach noch angeschaut und ich war höchst beeindruckt. Und dann hat sich ja der damalige, nein Entschuldigung, der damalige, der immer noch der FIFA-Präsident Gianni Infantino hat sich da etwas pikiert und auch sehr kritisch gezeigt gegenüber diesen medialen Abgesängen. Und den Fussball wieder von seiner universalistischen Komponente her eben quasi weltumgreifend, weltumarmend dargestellt. Das ist ihm dann auch um die Ohren geschlagen worden. Und jetzt vor einigen... Monaten haben wir ihn ja interviewt und da hat er ebenfalls auch da ganz deutlich die Botschaft herausgestrichen, Fussball muss die Welt versöhnen, Fussball ist eine jener gemeinsamen Grundlagen, die man pflegen muss, vor allem in kriegerischen Zeiten, wenn da die Welt auseinanderbricht in diese multipolaren Einheiten, in diese Machtsphären, die dann gegeneinander stossen wie... Tektonische Platten und dann knallt es und reibt es und dann kann es eben auch zu Konflikten und Kriegen kommen. Umso wichtiger ist es, dass man verbindende Instanzen hat, die Kultur zum Beispiel oder eben den Sport. Und das Ganze ist ja in den letzten Jahren aufs Fürchterlichste politisiert worden, mit Sanktionen, russische Sportler nach wie vor ausgeschlossen. Und da hat sich eben Gianni Infantino auch sehr vorbildlich und sehr richtig geäussert und hat gesagt, nein, wir müssen aufhören mit diesem Unsinn, das ist der grösste Quatsch, bringt diese Sportler zurück. Das ist jetzt ein kleiner Lichtblick, den wir da sehen. Das iranische Fussballteam ist in den USA gelandet, beziehungsweise in Mexiko, glaube ich, wenn ich das richtig sehe. Bitte behaften Sie mich nicht, aber es nimmt auf jeden Fall Teil an diesen Spielen, an dieser Fussball-Weltmeisterschaft. Und zwar hat der amerikanische Präsident Trump, der vielgescholtene, dies eben auch herausgestrichen. Es ist wieder interessant, das zeigt eine Facette an diesem Präsidenten. Viele denken ja, er sei vom Friedenspräsidenten jetzt zum Kriegsfalken geworden. Aufgepasst Kriege sind die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Leider hat es sie immer wieder gegeben. Man moralisiert gerne dagegen. Ja, Politiker, die Kriege machen, das sind die allerschlimmsten. Ja, ist ja gut, dass man sie kritisiert. Aber leider gehören eben Kriege zur Menschheit und vor allem Grossmächte. sehen sich manchmal halt gezwungen oder durch ihre eigene Dummheit verleitet, dann entsprechend in Kriege einzusteigen. Aber an Trump ist eben interessant, dass er selbst in einer kriegerischen Zeit ausdrücklich die Bereitschaft, ja die Forderung ausspricht, dass das iranische Team antreten soll. Und das zeigt, dass wir es hier mit einem Präsidenten zu tun haben, den ich nach wie vor für einen Friedenspragmatiker halte, Aber natürlich auch... Für einen Grossmachtpolitiker mit den weltweit verflochtenen Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika? Gibt es da Widersprüche, wie die Amerikaner diese Interessen zur Geltung bringen? Selbstverständlich, natürlich. Soll man die kritisieren? Ja, aber sicher, auf jeden Fall. Sollen die Amerikaner, können die Amerikaner sich einfach aus allem rausfädeln und sich nur noch auf ihre eigene heimische... Scholle konzentrieren. Wer das sagt, macht es sich zu leicht. So funktioniert es dann eben nicht. Das wäre ein anderes Kapitel, das ist dann etwas die tragische Dimension der Weltgeschichte. Das Schweizer Team nimmt auch teil an dieser Fussball-WM und der Blick titelt Aufwachen, Jungs Puff um Einreise von Mbolo, ja, der hat eine Probleme, der Spieler, der Superstürmer der Schweizer. Zuerst wollten sie ihn nicht reinlassen. Ödes Testspiel gegen Australien. Doppeladler vor laufender Kamera hier. Einmal mehr, Granit Xhaka und wie sie alle heissen, Ricardo Rodriguez, packen in den USA den Doppeladler aus. Ich meine, Sie kennen meine Meinung dazu. Ich habe ja einen landesweiten Shitstorm ausgelöst, als ich bei der, ich glaube es war die Fussball-WM 2018... In Russland damals noch, da durfte man in Russland noch eine Fussball-WM austragen. Stellen Sie sich das einmal vor Und da sind sogar Leute hingefahren, hingeflogen. Selbst in Kaliningrad, in Königsberg. Herkunftsstadt meiner Grosseltern, Auslandsschweizer, hat das so sich dann zugetragen. Und die Schweizer haben ja damals gegen Serbien gespielt. Und bei den Toren, die sie erzielt haben, haben sie immer diesen Doppellader gemacht. Und ich habe im Grunde, glaube ich, dafür plädiert, jetzt müsste man die Schweizer... disqualifizieren, beziehungsweise die Spieler, die das machen, die müsste man sofort sperren im Team, sonst ist das Schlechtgefühl. Das geht einfach nicht, dass sie unter dem Schweizer Kreuz mit anderen nationalen Symbolen operieren. Und das ist ein Verhalten, das nicht toleriert werden kann. Entschuldigung, wir machen hier nicht nationalistische Propaganda für irgendwelche anderen Staaten. Und bei allem Respekt für die Herkunftsnationalitäten dieser Spieler Das sind einfach Schnudderbuhe, aber wenn sie das nicht einhalten, das geht nicht. Aber es gibt ja keine schlechten Mitarbeiter, es gibt nur schlechte Chefs. Und dass die das machen, ist für mich eben Ausdruck dieser umfassenden Fussballer-Verhätschelung, die wir sehen. Ich weiss, jetzt mache ich mich natürlich wieder verhasst bei unserem grossartigen Naziteam und ich wünsche ihm ja, dass er grossartig Fussball spielt. Aber das löscht einen einfach ab, Freunde. Das will man nicht sehen. Wir wollen keine Doppeladler sehen. Wir wollen auch keine anderen Symbole sehen. Und ich muss jetzt gar nicht an ausgestreckte Arme und an andere Dinge denken. Und das darf man ja nicht in den gleichen Topf werfen. Aber es ist eben Politik und Politik ist Politik. Und das geht nicht. Sie machen nicht Werbung für Frankreich, sie machen nicht Werbung für Kosovo, sie machen nicht Werbung für Serbien oder für Kroatien oder für Spanien oder für sonst irgendetwas, für San Marino oder den Vatikan. Sie machen Werbung, sie sind Botschafter für die Schweiz. Punkt. Fertig. Und das macht man in aller Bescheidenheit und Demut und ohne diese nationalistischen Gesten. Und das sind eben nationalistische Gesten, weil diese verschiedenen Staaten und Nationalitäten noch nicht sehr lange einen Krieg hinter sich haben. Und das ist immer noch eine aufgeladene Situation, zum Beispiel im Kosovo. Da gibt es serbische Minderheiten, da gibt es Spannungen, das schmerzt natürlich, das polarisiert, wenn man diese Symbole zeigt. Ich verstehe natürlich, dass die Chakras und die... Die Kosovaren, die Kosovo-Albaner, dass die eben solche Symbole in ihrem Herzen tragen, natürlich, das ist auch eine biografische Prägung, aber ihr seid jetzt Schweizer Nationalspieler und ihr seid hier nicht im Auftrag eurer Herkunftsnationalitäten unterwegs. Aber was mich noch viel mehr erschüttert, ist, dass es unseren Verantwortlichen in dieser Teamführung nicht gelingt. diese Standards ein- und für alle Mal durchzusetzen. Und man hat jedes Mal dieses Theater, jedes Mal diese Diskussionen. Das ist einfach nicht in Ordnung. Und da bin ich Schweiz-Purist, wenn es darum geht, wenn einer das nationale Trikot anzieht. Das ändert ja nichts daran, dass Chaka und all diese Leute grossartige Fussballer sind. Zumindest dann, wenn sie gut drauf sind. Und wenn es ihre gelegentliche Launenhaftigkeit zulässt. Nein. Top-Spieler, super Leute, schon von Kindesbeinen an, schon von jungen Beinen. Und die Schweizer sind ihnen auch dankbar, dass sie ihre fußballerische Klasse im Zeichen des Schweizer Kreuzes ausleben. Aber bitte, Freunde, hört jetzt mal auf mit diesen nationalistischen Ausschweifungen und Extravaganzen. Das ist nicht gut, es ist schlecht. Aufhören, fertig, abfahren mit diesem Unsinn. 13. AHV-Rente, Uneinigkeit über Finanzierung, darüber haben wir schon gesprochen. Der Schweiz gehen günstige Wohnungen aus. Eine interessante Beobachtung, die wir heute Morgen in den Medien lesen. Warum haben wir eigentlich Probleme, dass zum Teil zu wenig gebaut wird? Das hat natürlich damit zu tun, dass die Städte auch... auf gewaltigen Landreserven und auch Renovationsreserven sitzen. Die steuern natürlich auch diese Wohnungsknappheit. Ich habe den begründeten Verdacht, dass vor allem auch die linken und linksgrünen Stadtregierungen, die eine Art Wohnungsfeudalsystem aufgebaut haben. In Zürich ist das ja unglaublich. Eine Schakrin Badran, wir haben darüber gesprochen, die SP-Nationalrätin, Unternehmerin, die vor allem von Staatsaufträgen lebt. und selten im eigenen Büro ist, die... hat ihre Firma ja in einer sehr schönen städtischen Wohnung, vermutlich auch zu sehr massvollen Mietzinsen, also auf wundersame Art und Weise bekommt jetzt also diese sozialdemokratische Nationalrätin da entsprechend die Quadratmeter zur Verfügung gestellt zum Ermässigungstarif. Ja, wie könnte das wohl passiert sein? Nein, man setzt natürlich diesen Wohnraum, Ein als Zückerli, als Belohnung für politische Loyalität, als Machtinstrument. Und deshalb liegt die Versuchung und deshalb liegt eben auch der Verdacht nahe, dass diese Regierungen die Wohnungsnot als politisches Instrument einsetzen. Kommt hinzu, dass mittlerweile in den Schweizer Städten Auflagen bestehen. Ich habe da schon mit verschiedenen Bauunternehmen gesprochen, die sagen, Es lohnt sich gar nicht mehr, irgendetwas zu bauen in Zürich oder in Basel. In Zürich ist es dann fertig, in Basel, weil du holst diese Investitionen nie mehr heraus. Und das ist auch eine Folge einer sozialistischen Baupolitik. Und das ist der letzte Punkt, dass eben der günstige Wohnraum ausgeht. Der günstige Wohnraum. Merken Sie etwas? Der günstige Wohnraum wird knapp. Vor allem deshalb, weil eben die Zuwanderung, die wir in der Schweiz erleben, entgegen dem, was man ihnen immer erzählt, nicht in die Einfamilienhausquartiere und in die Eigentumswohnungssiedlungen stattfindet. Darüber habe ich hier schon mal eine UBS-Studie aus dem Jahr 2014 zitiert. Und diese Studie hält fest, dass ab 2008, 2009, aufgrund der Personenfreizügigkeit, Wohnungsnachfrage in der Schweiz sich markant verändert habe, weil eben die Zuwanderung vor allem stattfindet in günstigeren Wohnungen, in günstigeren Immobilien. Das zeigt, dass eben ein Grossteil dieser Zuwanderung nicht im hochqualifizierten, im Hochlohnsegment stattfindet, sondern im niedrigeren Lohnbereich. Das heisst, die Schlechtqualifizierten kommen in die Schweiz, die Nachfrage nach günstigem Wohnraum explodiert. Und das müsste ja mal einigen dieser Propheten der Massenzuwanderung, dieser Anbeter des Kolossalkults der grenzenlosen Massenmigration, um wirklich auch noch ein bisschen zu denken geben, dass eben hier Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Und hier noch eine Titelgeschichte, auch bezeichnet lukrative Nebenjobs. SP will strengere Regeln für Ärzte. Anders als beim Unispital habe der Kanton Zürich bei anderen Kliniken zu wenig hingeschaut. Nun fordert die SP strengere Regeln für Interessenbindung von Ärztinnen und Ärzten. Das ist die Folge des Falls Maisano, und zwar eine völlig wieder populistisch-kurzsichtige, ohne jegliche Konsequenzbeurteilung vorgenommene Schnellschusspolitik. Denn bei Maisano hat man ja gesagt, Dem Chef der Herzklinik, über den ja ein grausamer Bericht erschienen ist. Ein Bericht, den ich ja hier stark bezweifelt habe, zu Recht bezweifelt habe. Seine methodische Schlüssigkeit. Man wirft ihm ja vor, aufgrund seiner operativen Methoden 71 Todesfälle verursacht zu haben. Der Tagesanzeiger schreibt jetzt schon von 75 Todesfällen. Da wird einfach ein bisschen mit den Toten jongliert. Ja, satteln wir noch ein bisschen drauf, dann sieht es drastischer aus. Paul Vogt. Der Nachfolger von Maisano hat ja von 150 Toten gesprochen und ist mit dem sehr stark in die Öffentlichkeit gegangen. Und ich sage das kritisch, weil das sind sehr, sehr schwerwiegende Anschuldigungen, die da erhoben werden. Also wenn einer über mich sagt, wegen meinen Verhaltensweisen oder wegen meiner Arbeit seien da 150 Menschen gestorben, dann bin ich ein Massenmörder, der mehrfach lebenslänglich hinter Gitter gehörte. Also das ist schon happiges Zeug, das da... in die Öffentlichkeit hinausgeschleudert wird, wie ballistische, scharfe Munition. Und da muss man schon etwas genauer hinschauen, was sind das für Zahlen. Und jetzt sind wir schon bei 75 respektive 71. Wenn Sie den Bericht anschauen, dann ist von elf nicht erwarteten Todesfällen die Rede. Elf nicht erwarteten Todesfällen bei über viereinhalbtausend Operationen. Und dann kommt natürlich die Frage der prozentualen Übersterblichkeit. Wir haben darüber gesprochen, welche Patientengruppen man miteinander vergleicht. Und wenn Sie natürlich mit solchen Methoden arbeiten, wie dem sogenannten Kardioband, das ist ja eine Methode, die angewendet wird, wenn ich das richtig verstanden habe, bei Leuten, die eben nicht mehr operiert werden können, am offenen Herzen, da können Sie den Bruchskorb nicht mehr aufklappen. Da müssen Sie mit ganz vorsichtigen Methoden operieren. Das heisst, das sind... offensichtlich stark geschwächte Patienten. Das ist also eine sehr spezifische Patientengruppe. Und die statistischen Bereinigungsmethoden, die man da angewendet hat, ich habe das hier mal des Langen und Breiten ausgeführt, die sind nicht auf diese sozusagen neuartigen Technologien abgezirkelt. Nun scheint sich dieses Kardioband nicht bewährt zu haben. Man setzt das, glaube ich, heute nicht mehr ein. Aber aufgepasst, man setzt auch Viele Methoden nicht mehr ein, die man vor einigen Jahren noch eingesetzt hat. Zum Beispiel bei den Blutverdünnern hat man bessere Medikamente gefunden. Beim Zahnarzt geht man auch nicht mehr mit Hammer und Meisel vor. Da ist es ein bisschen subtiler geworden, was die Methodik angeht. Bei vielen medizinischen Applikationen, auch im Betäubungsbereich usw. gibt es einen Fortschritt. Es gibt auch verworfene Methoden. Aber wichtig in dieser Pauschalkriminalisierung dieses früheren Klinikdirektors kommt immer das Wissen von heute zu tragen, die Selbstgerechtigkeit des Rückblicks und natürlich auch die Interessen derer, die aus was für Gründen auch immer zeigen wollen, dass der andere nichts ist und sie sind alles. Und Maisano hat sich ja dann auch gewehrt. Und ich stelle nach wie vor diese Zahlen, diese Todeszahlen, die stelle ich in Frage. Ich kann nicht beurteilen, wie die Missstände, auch die Führungsmissstände an der Uni waren. Da wird plausibel argumentiert und ich glaube, da hat auch der Whistleblower, den wir hier interviewt haben, einen ganz wesentlichen Beitrag, vielleicht einen entscheidenden geleistet und hat Auskunft gegeben. Da sind medizinische Fachleute am Diskutieren. Ich schaue einfach mit meinem laienhaften Blick von aussen, sozusagen mit der Alltagsvernunft auf diese Zahlen. Und jetzt sieht eben die SP genau diese Konsequenz. top. Sie dürfen keine Nebenjobs mehr haben, sie dürfen nicht mehr mit der Pharmaindustrie zusammenarbeiten, sie dürfen nicht mehr forschen, man muss da Restriktionen machen. Und so schafft man natürlich ein Klima, in dem dann an solchen Universitäten gar nichts mehr entwickelt wird. Und Leute wie Maisano, auch wenn sie sich vielleicht mal geirrt haben in einer Anwendung, die sind wichtig im Forschungsprozess. Und die Leute, die zu diesen Professoren gehen, das sind ja oft auch Patienten der letzten Hoffnung, die an anderen Spitälern gar nicht mehr operiert werden, die auch einwilligen, die die Risiken kennen und sagen, da habe ich gelesen, dass man die systematisch betrogen hätte, das wäre natürlich nicht in Ordnung. Also mir scheint hier eine übertriebene, pauschale Verurteilung stattzufinden, genau mit den Folgen, von denen wir voran gewarnt haben, dass man quasi dann eben ein Spital kastriert. Und jede Form von medizinischer Innovation ist da nicht mehr möglich. Und deshalb immer wieder daran zu erinnern, die Unschuldsvermutung, sie gilt hier natürlich durchschlagend umfassend, sie gilt immer. Und man darf es da auch den Medien und den untersuchenden Gremien nicht so leicht machen mit Schuldzuweisungen, vor allem dann, wenn sie so gravierend ausfallen wie in diesem Fall. Meine Damen und Herren, das war es von Weltwoche Daily Schweiz. Jetzt dann gleich die internationale Ausgabe. Ich freue mich. Bis bald und Ihnen weiterhin eine schöne Woche hier bei etwas regnerischen Umgebungstemperaturen und Bedingungen in unserer wunderschönen, nach wie vor wunderschönen Schweiz. Aber achten wir darauf, dass diese Schweiz schön bleibt, dass sie sich nicht zuflutet, zuschwemmen lässt von einer Zuwanderung, die wir nicht verkraften können. Wo sind wir denn eigentlich, wenn man sich dafür rechtfertigen muss, dass man Nachhaltigkeit auch bei der Zuwanderung walten lassen muss. Ja, wo sind wir eigentlich, wenn das nicht mehr selbstverständlich ist? Kult des Wachstums, Kult des Kolossalen, Kult der Grösse. Das ist der neue Grössewahn des schweizerischen Migrationsgeschehens. Nein, da muss man die Stopptaste drücken. Am nächsten Sonntag werden wir sehen, wie sie rauskommt. Ich danke Ihnen und bis gleich. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen. Wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst... Niemand so unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. Jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. Denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Lesern. Sie sind der Grund, warum wir machen können, was wir eben machen. Alle Abo-Optionen finden Sie auf unserer Website www.weltwoche.de sowohl für Print als auch digital und massgeschneidert auch für Deutschland. Und wenn Sie bereits Abonnent sind, dann möchte ich mich an dieser Stelle einfach mal bei Ihnen bedanken und wünsche Ihnen nun viel Vergnügen beim nächsten Video.