«Was soll das?», fragten sich reihum Analysten in westlichen Medien.
Trumps Blockade der iranischen Blockade der Strasse von Hormus hat für Kopfschütteln gesorgt. Er wate blindlings tiefer im Sumpf des Krieges, heisst es.
Doch Trumps Abschottung zeigt Wirkung. Die Mullahs knicken ein. Iran hebe die Blockade auf, solange der Waffenstillstand anhalte, gab die Regierung in Teheran am Freitag bekannt.
Montage der Weltwoche
Trump lässt das kalt. Er hält die Blockade aufrecht.
Auf sozialen Medien wird Trump aufgrund seiner Taktik «Don Tsu» genannt.
Dies, weil Teile seiner Taktik an die Lehren des chinesischen Meisters der militärischen Strategiekunst, Sun Tsu (544–496 v. Chr.), erinnern.
- Gegnerische Strategie aushebeln: «Es ist im Krieg von höchster Bedeutung, die Strategie des Feindes anzugreifen», argumentierte Sun Tsu. Indem Trump alle Schiffe blockiert, die dem Iran Gebühren zahlen, greift Trump direkt die Einnahmequelle Teherans an.
- Sieg ohne Krieg: Die «höchste Kunst der Kriegführung» bestehe darin, den Sieg ohne direkte militärische Auseinandersetzung zu erringen. Trumps Blockade fungiert als wirtschaftliche Nötigung. Sie hat zum Ziel, den Iran durch das Auszehren seiner wirtschaftlichen Lebensadern in die Knie oder an den Verhandlungstisch zu zwingen. Militärische Zusammenstösse können nicht ausgeschlossen werden, aber eine grosse Invasion kann umgangen werden.
- Täuschung des Gegners: Durch die Blockade einer Blockade schafft Trump einen «Nebel der Verwirrung», der den Gegner über die nächsten Schritte im Ungewissen lässt.
- Schwächen des Gegners ausnutzen: Sun Tsu betonte, dass man dort zuschlagen müsse, wo der Feind schwach sei. Für Irans Regime ist die Wirtschaft die «Achillesferse». Prognosen berechnen tägliche wirtschaftliche Verluste von 435 Millionen Dollar und eine Hyperinflation von bis zu 180 Prozent aufgrund der Blockade.
Es gibt noch einen weiteren Punkt, der Trumps Blockade zum Erfolg führen könnte: Bleibt die Blockade dicht und Irans Regime kann kein Öl ausführen, werden seine Ölspeicher innerhalb von Wochen ihre volle Kapazität erreicht haben, argumentieren Experten.
Gemäss diesem Szenario beginnen sich die Bohrlöcher zu verstopfen. Sie füllen sich mit Brackwasser. Sie kommen zum Stillstand. Der Iran würde Infrastrukturschäden von riesigen Summen in Kauf nehmen müssen. «Präsident Trump spielt das ultimative Spiel mit dem Feuer», sagt John F. Solomon, US-amerikanischer Investigativjournalist, Autor und Kommentator.
Und dies könnte sich – wider Erwarten und zur Enttäuschung seiner Gegner in den westlichen Massenmedien – letztlich doch auszahlen.