Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Die wundersame Pass-Verwandlung: Stundenlang war der Täter von Winterthur in den Medien einfach ein «Schweizer». Nur allmählich kam die Wahrheit ans Licht

Anhören ( 1 min )
Die wundersame Pass-Verwandlung: Stundenlang war der Täter von Winterthur in den Medien einfach ein «Schweizer». Nur allmählich kam die Wahrheit ans Licht
Die wundersame Pass-Verwandlung: Stundenlang war der Täter von Winterthur in den Medien einfach ein «Schweizer». Nur allmählich kam die Wahrheit ans Licht
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Es sei ein «31-jähriger Schweizer» gewesen, der am Bahnhof Winterthur drei Personen mit einem Messer angriff und zum Teil schwer verletzte. Die Sprachregelung aus der offiziellen Polizeimeldung wurde über Stunden hinweg von praktisch allen Schweizer Medien unhinterfragt übernommen. Obwohl es früh Anzeichen dafür gab, dass es nicht ganz so einfach ist.

© KEYSTONE / CLAUDIO THOMA
Polizeifahrzeug vor dem Bahnhof Winterthur nach Messerangriff (Symbolbild)
© KEYSTONE / CLAUDIO THOMA

Auch für die öffentlich-rechtlichen Erziehungsberechtigten vom Leutschenbach war die Welt damit vorerst im Lot. Die SRG-Kanäle nahmen die Bezeichnung als «Schweizer» dankbar auf und wiederholten sie. Auf der Website von SRF wurde in der Berichterstattung zunächst auch auf das Detail verzichtet, dass der Attentäter laut Zeugen mehrfach «Allahu akbar» gerufen hatte.

Das, während in den sozialen Medien und anderen Onlinezeitungen längst Videos zirkulierten, die den rennenden Angreifer unmissverständlich mit diesem Kampfruf zeigten. Ganz nach dem eisernen Gesetz: Bloss keine gefährlichen Stereotypen bedienen.

Erst am Nachmittag, als der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr Klartext redete und von einem «Terrorakt» sprach, zerbröselte das mediale Kartenhaus. Aus dem vermeintlichen Eidgenossen wurde in den SRF-Spalten und in den Onlinemedien urplötzlich ein «schweizerisch-türkischer Doppelbürger».

Es stellte sich heraus: Der Mann war der Bundesanwaltschaft schon seit Jahren wegen IS-Propaganda bekannt und lebte die letzten Jahre in der Türkei. Doch statt den Fokus auf das monumentale Versagen der hiesigen Ausschaffungs- und Überwachungspraxis zu legen, zauberten die SRF-Redaktoren sofort die nächste Nebelkerze aus dem Hut: Der Mann sei schliesslich «psychisch gestört» und in der Psychiatrie gewesen.

Ein Islamist sticht mehrere Schweizer nieder, wird medial erst zum reinen Eidgenossen gemacht und schliesslich zum bedauernswerten Patienten umdeklariert. Die Wahrheit scheint aus Sicht vieler Journalisten dem einfachen Volk nicht zumutbar.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 02.06.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.