Die israelische Marine hat am Montagmorgen das Hilfsschiff «Madleen» mit der Klimaaktivistin Greta Thunberg und elf weiteren pro-palästinensischen Aktivisten an Bord auf dem Weg in den Gazastreifen gestoppt. Die Aktivisten hatten zuvor über soziale Medien erklärt, sie seien «entführt» worden. In einem Video sagte Thunberg: «Wenn du dieses Video siehst, wurden wir abgefangen und gekidnappt – in internationalen Gewässern durch die israelischen Besatzungskräfte oder Kräfte, die Israel unterstützen. Bitte setzt die schwedische Regierung unter Druck, damit ich und die anderen so schnell wie möglich freigelassen werden.»
Die Aktion erfolgte laut Angaben der Aktivisten in internationalen Gewässern. Wie das israelische Aussenministerium auf X mitteilt, wurden die Aktivisten der Freedom Flotilla Coalition an die israelische Küste gebracht. «Alle Passagiere der ‹Selfie-Jacht› sind sicher und unverletzt. Sie wurden mit Sandwiches und Wasser versorgt. Die Show ist vorbei», so das Aussenministerium auf X.
Ziel der Mission ist laut der Freedom Flotilla Coalition gewesen, auf die humanitäre Krise im Gazastreifen aufmerksam zu machen. Israel hingegen warf den Beteiligten vor, eine «Medienprovokation» zu inszenieren. «Es gibt Wege, Hilfe in den Gazastreifen zu bringen – ohne Instagram-Selfies», so das Aussenministerium weiter. In einer Mitteilung, über die unter anderem die Welt und die New York Times berichten, heisst es weiter: «Die winzige Menge an Hilfsgütern auf der Jacht, die nicht von den ‹Promis› aufgebraucht wurde, wird nun über echte Hilfskanäle in den Gazastreifen gebracht».
Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor angekündigt, die Ankunft des Schiffes mit allen notwendigen Mitteln zu verhindern. In einer Stellungnahme warf er Thunberg und ihren Mitstreitern Nähe zur Hamas und antisemitische Tendenzen vor und erklärte sinngemäss, Israel werde jeglichen Versuch, die Seeblockade zu durchbrechen, unterbinden.
Thunberg und elf weitere Aktivistinnen und Aktivisten waren am 1. Juni auf Sizilien in See gestochen, um mit dem Schiff «Madleen» Hilfsgüter wie Babynahrung und Medikamente in das Kriegsgebiet zu bringen. Nach ihrer tagelangen Fahrt durch das östliche Mittelmeer wollten sie planmässig eigentlich am Montagmorgen an der Küste Gazas eintreffen.