Die Weltwoche hat aufgedeckt, dass der SRF-Journalist Pascal Schmitz, Auslöser der Affäre rund um Hockeytrainer Patrick Fischer, in der Vergangenheit rassistische Beiträge auf Facebook veröffentlicht hat. Der Sender hat reagiert, Schmitz darf vorerst nicht mehr vor die Kamera.
Das Onlineportal Watson berichtet über den Fall, lässt seine Leser aber darüber im Ungewissen, was Pascal Schmitz auf Facebook konkret getrieben hat. Es habe sich um «beleidigende, rassistische, sexistische und primitive» Beiträge gehandelt, heisst es im Artikel, aber: «Diese sind zum Teil so vulgär, dass sie nicht zitierfähig sind.»
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Die vornehme Zurückhaltung erstaunt. Denn Watson-Journalisten greifen selbst gern zu Kraftausdrücken und Bezeichnungen unter der Gürtellinie.
Besonders Watson-Gründungsmitglied Philipp Löpfe, der dort vor allem über internationale Politik schreibt, kennt nur wenig Grenzen. Das Lieblingswort des 72-Jährigen ist «Speichellecker».
Als solche bezeichnet er immer wieder das direkte Umfeld von US-Präsident Donald Trump bis zum Vizepräsidenten J. D. Vance. Oder schon 2020 den damals scheidenden Justizminister William Barr. «Speichellecker ist ein hässliches Wort», so Löpfe damals, «wie aber soll man William Barr sonst bezeichnen?»
So hässlich er das Wort findet, so konsequent wendet es Philipp Löpfe an, weit über Trump hinaus. So bezeichnete er ungarische TV-Journalisten als «loyale Speichellecker» von Viktor Orbán. Und natürlich ist auch der russische Präsident Wladimir Putin ausnahmslos von «Speichelleckern» umgeben. In den letzten Jahren hat der Watson-Journalist das Wort über sechzig Mal in seinen Artikeln verwendet.
Körpersäfte scheinen seine Obsession. Aber manchmal müssen es auch andere Beleidigungen tun. Reiche, die Trump unterstützen, sind «Geldsäcke» oder «nützliche Idioten», und die Republikaner sind «zu blöd, um zu gewinnen».
Vor diesem Hintergrund erstaunt es, dass es das Onlineportal nicht über sich bringt, im Fall von Pascal Schmitz den Stein des Anstosses auszusprechen. Immerhin wären es nur Zitate gewesen – und zur Abwechslung mal nicht die eigene Vulgarität.