Bei der Bild-Zeitung klang es wie ein Geschenk: «Kriegt Putin einen neuen Orban», fragte das Blatt mit Blick auf die Wahl in Bulgarien.
Wie erwartet, gewann dort der als «prorussisch» eingestufte Rumen Radew deutlich und dürfte nun den Balkanstaat regieren.
Doch wie «prorussisch» ist er wirklich? Diese Frage beantwortet er in bester Trump-Manier: nicht prorussisch, sondern probulgarisch. Und pragmatisch. Wenn dies bedeutet, sich aus der Zwangsjacke der in der EU grassierenden Russophobie zu befreien – so sei es.
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Brüssels Sorgen wegen Bulgarien werden aufgewogen durch die Euphorie wegen Ungarn, das ja – so EU-Chefin Ursula von der Leyen – mit der Abwahl Viktor Orbáns «zurück nach Europa» findet.
Doch wie proeuropäisch ist der neue Mann wirklich? Stellt sich heraus, dass auch er eher proungarisch ist. So will er erst die von Brüssel blockierten Zahlungen für sein Land haben, bevor er die Blockade des 90-Milliarden-Euro-Kredits für die Ukraine aufhebt.
Darum soll er eingenordet werden. Von der Leyen entsandte eine Delegation nach Budapest. Im Gepäck: Fertige Gesetzestexte, die die künftige Regierung schleunigst umsetzen soll.
Die Moral der beiden Wahlen: Die Welt ist nicht schwarz und weiss, wie sie sich die EU ausmalt. Doch anstatt sich der Realität anzupassen, versucht sie, diese an ihre Vorstellungen anzupassen.
So handeln Diktaturen.