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Die Berge als Vorbild: Die reife Frucht unserer direkten Demokratie hilft auch in der hektischen Betriebsamkeit der Zoll-Verhandlungen mit Trump

Am Tage, an dem Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter und Bundesrat Guy Parmelin nach ihrer USA-Reise orientierten, sass ich im Berner Oberland auf 2000 Metern Höhe auf einem Holzbänklein. Ich verfolgte die Pressekonferenz live und betrachtete gleichzeitig die majestätischen Viertausender Eiger, Mönch, Jungfrau, Gletscherhorn, Breithorn bis zum Gspaltenhorn.

Marcel Gross
panorama view of the Bernese Alps from Emmental
Marcel Gross

Da wird der Mensch bescheiden und denkt: Welches Durcheinander herrscht doch in der Welt, wo alles kopflos herumrennt wegen Zöllen und sonstigen Restriktionen. Doch diese Berge stehen seit Tausenden Jahren in stoischer Ruhe da.

Ich dachte mir: Alles plappert heute von Nachhaltigkeit, aber wirklich nachhaltig sind diese Gebirgsmassive. Wir sollten uns in der hektischen Betriebsamkeit zuweilen die Berge zum Vorbild nehmen.

Natürlich hatte ich mit den Bundesratskollegen auch Erbarmen, zumal, weil sie oft etwas sagen müssen, das sie eigentlich nicht denken. Denn so frei und ehrlich in sich ruhen wie unsere Alpen tun Bundesräte nun einmal nicht. Manches scherbelt vernehmlich, und wenn ich eine Bilanz zusammenfasse, komme ich zu folgendem Schluss: Der Bundesrat tut im Zollkonflikt mit den USA etwas, das er aber nicht offenlegen kann, weil er sonst das Ziel nicht erreicht. Dafür habe ich Verständnis.

Man will die 39 Prozent Zölle runterbringen, weiss aber noch nicht, ob die andere Seite auf die Vorschläge eingeht. Das Handelsbilanzdefizit muss reduziert werden, entweder, indem man in den USA weniger verkauft oder dort etwas einkauft. Donald Trump will einen Erfolg, und dieser besteht in einer deutlichen Verringerung des Handelsbilanzdefizits. Schön ist, wie intensiv die Schweizer Bürger die Verhandlungen verfolgten – das ist die reife Frucht unserer direkten Demokratie.

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