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Deutschlands Zuwanderung bricht ein, jubeln die Medien. Sie verkennen die Realität

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Deutschlands Zuwanderung bricht ein, jubeln die Medien. Sie verkennen die Realität
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Gross ist der Jubel: Die Zahl der Zuwanderer nach Deutschland ist eingebrochen. Fast halbiert habe sich der Zustrom, jubilierte auch die Bild-Zeitung.

Endlich eine Bestellung, die geliefert wurde, klopft man sich in Berlin auf die Schulter: Wir dämmen die Migration ein. Nur 235.000 Personen kamen letztes Jahr nach Deutschland – netto.

Sebastian Gollnow/DPA/Keystone
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Berlin (Symbolbild)
Sebastian Gollnow/DPA/Keystone

Netto?

Hier fängt das Problem an, weshalb der Bürger nicht aus voller Kehle in den Jubel einstimmen kann. Netto heisst, dass 235.000 mehr Menschen ein- als ausgewandert sind.

Das heisst, dass 1,25 Millionen Personen das Land verliessen – darunter sicher auch qualifizierte Deutsche in Richtung Schweiz. Dem gegenüber drängten 1,48 Millionen Menschen ins Land.

Klingt schon anders als 235.000, nicht wahr?

Punkt zwei: Der Rückgang hat weniger mit Massnahmen der Bundesregierung und ihres schwarzen Sheriffs Alexander Dobrindt zu tun als mit dem Umstand, dass die Kriege in Syrien und Afghanistan weitgehend beendet wurden. Entsprechend stark fiel die Zahl syrischer und afghanischer Asylanten.

Ein Nebenpunkt: Ukrainer, die in Scharen den Presskommandos der Armee davonlaufen, tauchen in der Statistik nicht auf. Da kommen noch einmal 1,4 Millionen dazu, die hier leben.

Der Hauptpunkt aber ist: Nicht mehr die Neuankömmlinge sind das Problem, sondern die Hunderttausenden, die schon hier sind, die Sozialkassen belasten, straffällig werden und auf den Nachzug von Familien spekulieren. Und trotzdem bleiben.

An dieser Front tut sich so gut wie nichts. Mehr als 230.000 Personen sind gegenwärtig ausreisepflichtig. Tatsächlich ausgewiesen wurden 8232.

In Brüssel diskutieren sie daher nun ernsthaft über Rückkehr-Hubs in fernen Ländern. Irgendwo in Afrika oder Zentralasien sollen Asylbewerber auf einen Entscheid warten.

Doch es ist unverständlich, warum sich EU-Kommission und -Mitgliedstaaten noch immer an dieses gescheiterte Konzept klammern: Die Briten versuchten es als Erste mit Ruanda. Passé. Die Italiener setzten auf Albanien. Dieses Projekt scheitert vor Gerichten.

Und: Bis jetzt hat sich kein anderer Staat bereit erklärt, den Europäern ihr Problem abzunehmen. Nicht für Geld (natürlich) und gute Worte.

Die einzige Lösung: Grenzen dicht und Abschiebung im grossen Stil. Leider eine verwegene Hoffnung in einem Land, in dem die Verwendung des Wortes «Remigration» schon fast strafbar ist.

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