Deutschlands Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung koppeln. «Das Renteneintrittsalter muss behutsam, aber verbindlich an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden», schreibt Reiche in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt.
Die CDU-Politikerin orientiert sich dabei am Modell Dänemark, wo die Altersgrenze seit Jahren automatisch angepasst wird und bis 2040 auf 70 Jahre steigen soll. In Deutschland liegt die Regelaltersgrenze derzeit im Übergang: Seit 2012 wird sie schrittweise erhöht und erreicht für die Jahrgänge ab 1964 im Jahr 2031 die Marke von 67 Jahren. Aktuell gehen die 1959 Geborenen mit 66 Jahren und zwei Monaten in Rente, 1960 Geborene müssen bereits länger arbeiten.
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Reiche verbindet ihren Vorschlag mit weiteren Reformideen. So sollen Betriebsrenten bei einem Stellenwechsel einfacher mitgenommen werden können. Zudem spricht sie sich für steuerfreie Abfindungen aus, sofern Betroffene eine Anschlussbeschäftigung finden.
Unterstützung erhält der Vorstoss teilweise aus der SPD. Gleichzeitig gibt es Vorbehalte. Der SPD-Politiker Karl Lauterbach fordert eine soziale Staffelung. Hintergrund ist eine ungleiche Lebenserwartung: Laut Statistischem Bundesamt und Robert-Koch-Institut leben Geringverdiener mehrere Jahre kürzer als Besserverdiener und beziehen entsprechend kürzer Rente.
Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission arbeitet derzeit an umfassenden Reformvorschlägen und will ihre Ergebnisse bis Ende Juni vorlegen.