Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Deutschland vor dem Klimabruch: Expertenrat warnt vor Scheitern sämtlicher Klimaziele bis 2045

Anhören ( 1 min )
Deutschland vor dem Klimabruch: Expertenrat warnt vor Scheitern sämtlicher Klimaziele bis 2045
Deutschland vor dem Klimabruch: Expertenrat warnt vor Scheitern sämtlicher Klimaziele bis 2045
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Deutschland droht seine Klimaziele bis 2030, 2040 und auch das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 zu verfehlen. Zu diesem Schluss kommt der Expertenrat für Klimafragen der Bundesregierung. Das Gremium widerspricht damit zentralen Annahmen der Bundesregierung und warnt vor wachsendem politischem Handlungsdruck.

KATHARINA KAUSCHE / KEYSTONE
Raffinerie MiRO in Karlsruhe mit Schornsteinen im Gegenlicht (Symbolbild)
KATHARINA KAUSCHE / KEYSTONE

Der von der Bundesregierung eingesetzte Expertenrat erklärte, die von Umweltminister Carsten Schneider vorgelegten Projektionsdaten seien zu optimistisch. Während das Umweltbundesamt bislang davon ausgegangen war, das deutsche Treibhausgasbudget bis 2030 knapp einzuhalten, rechnet der Rat nun mit einer Überschreitung um 60 bis 100 Millionen Tonnen CO2. Ratsvorsitzende Barbara Schlomann sagte laut Süddeutscher Zeitung, die «sehr knappe Zielerreichung» könne «nicht bestätigt» werden.

Besonders kritisch bewertet das Gremium die geplante Lockerung des Gebäudeenergiegesetzes. Die bisherige Regelung hätte laut Expertenrat rund 30 Prozent der notwendigen CO2-Minderungen im Gebäudesektor bis 2030 liefern sollen. Künftig sollen jedoch auch neue Öl- und Gasheizungen wieder zugelassen werden, sofern sie teilweise mit biologischen Brennstoffen betrieben werden. Die Physikerin und Ratsmitglied Tanja Kneiske erklärte, es sei «rein physikalisch» wahrscheinlich, dass dadurch die Emissionen steigen würden. Umweltverbände sprechen bereits von einem «fossilen Rollback».

Der Gebäudesektor und der Verkehr gelten weiterhin als grösste Problemfelder der deutschen Klimapolitik. Beide Bereiche verzeichneten zuletzt steigende Emissionen. Insgesamt sanken die deutschen Treibhausgasemissionen im vergangenen Jahr lediglich um 0,1 Prozent. Für 2040 erwartet der Expertenrat statt der gesetzlich vorgeschriebenen Reduktion um 88 Prozent nur einen Rückgang um etwa 80 Prozent. Das Emissionsbudget der kommenden Dekade dürfte laut Prognose um rund 21 Prozent überschritten werden.

Nach dem deutschen Klimaschutzgesetz müsste die Bundesregierung spätestens dann zusätzliche Sofortmassnahmen beschliessen, wenn der Expertenrat in zwei aufeinanderfolgenden Jahren eine Zielverfehlung feststellt. Das könnte bereits 2027 der Fall sein. Umweltminister Schneider kündigte an, die Warnungen «gründlich prüfen» zu lassen. Gleichzeitig forderte er, den Ausbau erneuerbarer Energien nicht weiter zu bremsen.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 02.06.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.