Deutschland verzeichnet weltweit die höchste Zahl antisemitischer Vorfälle. Das geht aus dem Jahresbericht der J7-Taskforce gegen Antisemitismus hervor. Die Taskforce ist ein Zusammenschluss führender jüdischer Organisationen aus Argentinien, Australien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kanada und den USA. Dem Bericht zufolge lag die Zahl der registrierten Vorfälle 2025 um 136 Prozent über dem Niveau von 2022, dem Jahr vor dem Hamas-Überfall auf Israel. Insgesamt wurden mehr als 23.000 antisemitische Vorfälle erfasst.
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Deutschland verzeichnete mit einem Anstieg von 215 Prozent die stärkste Zunahme aller untersuchten Staaten. Mit 8725 registrierten Vorfällen beziehungsweise knapp 70 Fällen pro 1000 jüdische Einwohner weist die Bundesrepublik sowohl absolut als auch im Verhältnis zur Grösse ihrer jüdischen Bevölkerung die höchsten Werte auf. 807 Fälle wurden dem rechtsextremen Spektrum zugerechnet, 501 dem linken beziehungsweise antiimperialistischen Milieu und 166 einem islamistischen Hintergrund. Bei der Mehrheit der Vorfälle war jedoch keine eindeutige politische Zuordnung möglich.
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, spricht von einer «fortschreitenden Normalisierung des Judenhasses» und fordert den Gesetzgeber auf, Aufrufe zur Zerstörung Israels konsequent unter Strafe zu stellen. Die J7-Taskforce warnt, der Antisemitismus habe sich seit dem Hamas-Überfall in zahlreichen westlichen Staaten deutlich verschärft – nirgends jedoch so stark wie in Deutschland.