Die Rüstungsausgaben steigen weltweit ins Unermessliche. Es wird gewaltig bestellt und produziert. Lange Zeit Versäumtes wird nun nachgeholt, allerdings geschieht dies mit einer nachholenden Übertreibung und im Eiltempo. Man vernachlässigt etwas, lässt es verlottern, merkt es und versucht es überschiessend zu korrigieren.
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Deutschland ist mittlerweile auf Platz vier bei den weltweiten Rüstungsausgaben angelangt, direkt hinter den USA, Russland und China. Ein Staat ohne eigene Verteidigungsfähigkeit ist immer ein Trittbrettfahrer, der das Geld dann oft für sozialstaatliche Netze und Vergünstigungen ausgibt, die sich nicht immer als segensreich erweisen.
Interessant ist die Beobachtung, dass in Deutschland immer mehr Kriegsverweigerer und Wehrdienstverweigerer zu zählen sind. Die hyperventilierende Rüstungs- und Aufrüstungsbereitschaft der Politik scheint nicht durch einen entsprechenden Wehrwillen bei der Bevölkerung gedeckt zu sein. Das ist politisch eine knifflige Frage: Wenn die Jungen das Militär in einer geradezu ostentativen Art und Weise ablehnen, führt das oft zu einer weiteren Professionalisierung des Militärs. Man erhält dann Profiarmeen statt Bürgerarmeen – keine erfreuliche Entwicklung. Es zeigt die Identifikationsschwierigkeiten der Bevölkerung mit dem Staat auf.
In der Schweiz existiert noch die Milizarmee als absolutes Rückgrat des Landes, doch auch dort wurde der Militärdienst in den letzten dreissig Jahren stark vernachlässigt. Man glaubte nach dem Mauerfall, in das Nirwana einer ewig friedlichen Welt aufzubrechen. Doch diese Illusion hat sich eben als solche entpuppt.