Eine deutliche Mehrheit der Deutschen lehnt eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf siebzig Jahre ab und spricht sich zugleich für eine Ausweitung des Kreises der Beitragszahler aus. Das zeigt eine Insa-Umfrage für die Bild-Zeitung. Die Befragung erfolgt vor der geplanten Vorlage der Ergebnisse der Rentenkommission der Bundesregierung Ende Juni.
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Nach den Umfragedaten sprechen sich 73 Prozent der Befragten gegen eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit aus. Lediglich rund jeder Fünfte unterstützt eine sogenannte Rente mit siebzig. Die Ablehnung zieht sich laut der Erhebung durch Anhänger aller Parteien sowie durch sämtliche Altersgruppen. Besonders ausgeprägt ist sie bei den 50- bis 70-Jährigen, von denen mehr als 80 Prozent gegen eine spätere Verrentung sind.
Auch den Vorschlag, das Rentenniveau durch künftig langsamere Rentenerhöhungen zu stabilisieren, beurteilen viele Befragte kritisch. 57 Prozent lehnen eine solche Massnahme ab, während 27 Prozent sie befürworten. Eine Mehrheit für den Vorschlag findet sich nur in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen. Dort stehen 42 Prozent Zustimmung 39 Prozent Ablehnung gegenüber. Zum 1. Juli steigen die Renten in Deutschland um 4,24 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte die Erhöhung 3,74 Prozent betragen.
Besonders gross ist die Zustimmung zu einer Ausweitung der Rentenversicherung auf weitere Berufsgruppen. 80 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass künftig auch Beamte, Freiberufler und Selbständige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.
Zugleich zeigt die Umfrage ein geringes Vertrauen in die langfristige Stabilität des Systems. 76 Prozent der Befragten glauben demnach nicht mehr, dass die gesetzliche Rente in Deutschland sicher ist.