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Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Morgen, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde aus nah und fern. Ich begrüsse Sie aus dem Institut für fortgeschrittene Gegenwartskunde und angewandte Wirklichkeitsstudien zur schweizerischen Ausgabe von Weltwoche Daily. Die andere Sicht, unabhängig. Kritisch gut gelaunt? Ja, gut gelaunt. Ich nehme ganz einfach die gute Laune zu halten, aber schlechte Laune hilft auch nicht weiter. Selbstverständlich bleiben wir zuversichtlich. Nicht zuletzt deshalb, weil ich in letzter Zeit sehr, sehr viele Reaktionen erhalten habe. Immer schon sehr viele, aber jetzt ist das auffällig, noch mehr Reaktionen habe ich auf meine... Sendungen der letzten Tage und Wochen, Sie haben es gemerkt, mit etwas dringlicherer Tonalität, vielleicht auch inspiriert durch den einen oder anderen Gesprächspartner, aber vor allem auch durch eine Wahrnehmung von Problemen, die mir grosse, sehr grosse Sorgen bereiten. Jedenfalls begrüsse ich Sie jetzt noch einmal hochoffiziell hier zur schweizerischen Ausgabe von Weltwoche Daily am Freitag, dem 26. Juni 2026. Ja, ich mache mir Sorgen, meine Damen und Herren, dass wir in Europa auf einen grossen Krieg, auf einen Weltkrieg zusteuern mit Russland. Ich beobachte... Entwicklungen, die diese Eskalation als geradezu unvermeidlich erscheinen lässt. Und vor allem sehe ich Akteure, die alle aus ihrer Sicht überzeugt sind, das Richtige zu tun. Und deshalb eben so handeln, wie sie handeln, mit der Konsequenz, dass wir in Europa, vor allem in Deutschland, die Hauptkampfzone auf einen Weltkrieg zusteuern. Und der Westen, brauche ich jetzt dieses Wort, der Westen... rüstet sich mental bereits auf einen, wie sie sagen, drohenden russischen Angriff. Meine Befürchtung ist, dass diese geistige Kriegsmobilmachung, die da stattfindet, vor allem in der Europäischen Union, vor allem auch in Deutschland, in Frankreich, auch in England, wobei England ist dermassen stark, UK. Grossbritannien mit sich selber beschäftigt, die sind im Moment etwas weg vom Schachbrett, dass diese geistige Mobilmachung ihrerseits natürlich die Eintretenswahrscheinlichkeit, die Kriegswahrscheinlichkeit vergrössert. Gleichzeitig ist aber der Westen, Deutschland ist die EU und auch die Schweiz, sind sie einem Krieg mit Russland nicht. gewachsen. Sie gehen davon eines Erachtens unrealistischen Voraussetzungen aus. Man hofft auf der deutschen, französischen, auf der westlichen Seite vielleicht darauf, dass die Amerikaner mit ihrer überlegenen Militärmacht, die allerdings jetzt im Iran-Krieg auch an ihre Grenzen gestossen ist, Dass die Amerikaner dann irgendwie helfen werden. Aber auch heute Morgen sehen wir da Schlagzeilen, die Zweifel nähren an so einer Betrachtung, zum Beispiel im Tagesanzeiger. Dieser US-Präsident wird Europa nicht verteidigen. Man spielt es jetzt auf Trump. Aber ich glaube nicht, dass das eine Frage von Trump ist, sondern es ist eine Frage der amerikanischen nationalen Interessen. Wir müssen einfach konstatieren, dass die Amerikaner nicht mehr stark genug sind. Europa zu verteidigen. Und jetzt vorausgegriffen die Schweiz. Ich muss sich natürlich in dieser Konstellation die Frage stellen, was wir wollen, welche Konsequenzen unserer Politik zu tragen wir bereit sind. Es ist eine Tatsache, obwohl man das nicht gerne hört in Bern und auch in den Medien wird das immer wieder weggeschoben, die Schweiz ist Kriegspartei gegen Russland. Wir haben die Neutralität teilweise aufgegeben. Der Bundesrat hat sich unter Druck setzen lassen. Sie sagen, die EU oder die Schweizer Banken hätten Sie darauf gedrängt, mitzumachen bei den EU-Sanktionen. Ich habe das gehört, das hat man mir gesagt. Ja, man kann das auch nicht beweisen, natürlich. Das sind keine Protokolle, zumindest keine öffentlichen. Dass tatsächlich die Schweizer Banken, allem voran die UBS, damals 2022 den Bundesrat gedrängt haben, diese EU-Sanktionen zu übernehmen, weil die UBS eben nicht von sich aus die russischen Kunden rausschmeissen wollte. Er hat gesagt, ihr könnt uns das nicht befehlen, das ist dann einfacher für uns als Bank. Und so hat dann der Bundesrat das gemacht und sich das Ganze dann auch noch schön geredet, gesagt, ja, wir wären ja dann auch von Amerika oder von der EU unter Druck gesetzt worden. Und da sehen Sie einmal mehr diese schwache Haltung, die wir einfach haben bei uns in Bern, dass man nicht mehr bereit ist zu diesen Traditionen, zu diesen Staatssäulen. zu stehen. Und wenn es wahrscheinlicher wird, vielleicht unvermeidlich, dass wir relativ bald eine Eskalation dieses Krieges nach Europa sehen, dann wäre die Schweiz also eine Kriegspartei. Das würde heissen, dass sie unmittelbar dem ausgesetzt ist. Und wenn die Russen... Nun also Polen zum Beispiel, die Versorgungswege angreifen, die Unterstützer oder stellen Sie sich vor, in Deutschland gibt es auch Firmen, die massiv sich beteiligen am Drohnenkrieg. Dann haben wir eine Eskalation dieses Krieges in unmittelbare Schweizer Nachbarstaaten. Und dann verfängt dieses NZZ-Narrativ nicht mehr die Neue Zürcher Zeitung, aber auch der Bundesrat. Die sind ja da auf einer Linie. Die sagen, dass die schweizerische Neutralität nicht so streng und unflexibel gehandhabt werden könne. Auch deshalb nicht, weil der Krieg ja nicht in unmittelbarer Nähe der Schweiz stattfindet. Jetzt mal abgesehen von der Beliebigkeit und Schludrigkeit dieses Arguments, auch von der erschreckenden, ja, Ekozentrik, wenn man so will, die hinter diesem Argument steht. Es könnte dann diesen Strategen der Unsicherheit und der Nichtneutralität noch bald einmal um die Ohren fliegen, wenn dann tatsächlich dieser Krieg auf mittelbare oder unmittelbare Nachbarländer der Schweiz übergreift. Warum ist der Krieg meines Erachtens unausweichlich? Ich habe dazu einen in anderem Tonfall etwas anklägerisch gehalten, eine gestrige Alarmrede gehalten. Ich wusste mir das etwas von der Seele. sprechen. Schauen wir es mal nüchtern und analytisch an. Der Westen hat sich eingeredet, dass der Krieg in der Ukraine ein Krieg um essentielle westliche Werte ist. Gleichzeitig ist man aber nicht bereit, diesen Krieg selber zu führen. Sehen Sie schon einmal einen Mangel an Ernsthaftigkeit der eigenen Rhetorik. Man lebt dem nicht nach, was man eigentlich sagt. Es zeigt schon, dass etwas nicht stimmt. Aber man hat sich jetzt hier einspannen lassen von Präsident Zelensky, der natürlich ein Interesse daran hat, diesen Krieg zu eskalieren. Die Amerikaner wollen da raus, weil sie gemerkt haben, sie sind nicht mehr stark genug, diesen Krieg zu führen und zu gewinnen. Er ist auch nicht im Interesse der Vereinigten Staaten, zumindest nicht mehr im unmittelbaren Interesse dieser Regierung. Es gibt natürlich... Jetzt konservativen oder neokonservativen US-Kreisen durchaus diese Theorie, dass man Russland strategisch schwächen müsse und dass man das auch tut, um einen möglichen Rivalen oder Partner von China, der das globale, die amerikanischen Interessen stört, sagen wir so, dass man den ausschalten möchte, gleichzeitig aber die Rohstoffe Russlands, dieses riesige Lager für sich, beanspruchen möchte. Und die EU, ja, die hat sich hier auch einbinden lassen in diese, wenn man so will, amerikanischen Interessen, gegen die sich jetzt allerdings die Trump-Administration etwas stellt. Sie möchte da einen Frieden machen, aber im Moment wird das nicht so. nicht mehr so stark betrieben, weil es da auch Verstimmungen gibt zwischen der EU und Amerika. Aber das Entscheidende ist, dass die Amerikaner eben da raus wollen. Sie sind nicht stark genug. Das heisst, dieser Ukraine-Krieg wird zunehmend zu einer Sache der Europäer, der EU. Und die EU ist überhaupt nicht gewillt, hier herunterzusteigen. Sie wollen Russland auf keinen Fall militärisch zum Erfolg kommen lassen. Und man ist, und das ist ganz gefährlich, man hat jetzt Gesprächsverweigerung gemacht. Darum weiss man überhaupt nicht, was in Russland abgeht. Man hat sich da auf einen Blindflug begeben, willentlich. Es werden auch Leute sanktioniert, die ja mit Russland reden, die auch die russische Perspektive berücksichtigen. Und das ist der Grund, warum ich jetzt sehr häufig auch nach Russland gefahren bin, weil eben dieses Vakuum, dieses Informationsvakuum auf westlicher Seite sehr, sehr gefährlich ist. Und der Lichtblick ist das immerhin, ich höre das jetzt auch aus Deutschland, immer mehr Leute mich anrufen und mich ausfragen. Wie ich denn das beurteile, und das ist Ausdruck der Tatsache, dass man sich doch allmählich und immerhin, wenn auch zu spät, vielleicht bewusst wird, dass man hier einfach erschreckend wenig weiss über das, was Russland eigentlich will und dass man sich da bestimmten Theorien hingibt. Vor allem jener, dass die Russen jetzt imperialistisch angreifen und dann auch, wenn man sie jetzt nicht stoppt, andere Staaten nach der Ukraine angreifen werden, zum Beispiel im... Baltikum. Also man sieht im Westen, und das ist die Ausrichtung der Politik, und auf das stellt man sich ein, und das ist eine fixe Idee, von der ist man nicht bereit wegzukommen. Man ist überzeugt, das ist in Deutschland so, das ist in Brüssel so, das ist in Paris so, man ist überzeugt in diesen Führungskreisen, dass Russland einen imperialistischen Eroberungskrieg führt, letztlich mit dem Ziel, auch andere Staaten anzugreifen, und deshalb muss man ihnen, den Russen, eine Niederlage bereiten. in der Ukraine. Obwohl man selber militärisch, und das ist dann das Zweite, dieser Herausforderung gar nicht gewachsen ist, dieser Aufgabe, die man sich da gestellt hat. Ich will das jetzt gar nicht qualifizieren oder moralisch oder politisch beurteilen, ich stelle das einfach so fest, nüchtern. Jetzt aus der russischen Sicht, die sehen das ganz anders. Nach meiner Beurteilung... Wollen die Russen nicht einen imperialen Eroberungskrieg führen? Was die Russen wollen, ist einen Vorhof, einen strategischen Sicherheitskorridor, wie sie ihn früher hatten, der Sowjetunion mit dem Warschauer Pakt. Diesen Warschauer Pakt haben sie verloren und in diese Zone hinein ist die NATO vorgedrungen. Militärbündnis der anderen Seite, das potenziell in Russland als Bedrohung ihrer Interessen gesehen wird. Es ist nicht an mir als Schweizer, diese Wahrnehmung zu qualifizieren. Genauso wie die Europäer überzeugt sind, dass die Russen imperialistisch angreifen, genauso felsenfest überzeugt sind die Russen, dass diese NATO-Osterweiterung eine strategische, ja eine existenzielle Bedrohung für sie bedeutet. Denn wenn ein Staat eine gegen sich gerichtete Bedrohung nicht stoppen kann und diese aus seiner Sicht Bedrohung, Beschränkung, Herabstufung seiner Souveränität einfach hinnimmt, dann hat sich so ein Staat aufgegeben und wird dann letztlich zum Spielball fremder Interessen. Und die Russen, diese russische Staatsführung mit Putin, ist grimmigst entschlossen, diese strategische Herabstufung nicht hinzunehmen. Also Sie sehen es genau umgekehrt. Für die Russen ist der Westen im Angriff. Ist der Westen das Imperium? Fühlen Sie sich angegriffen? Die Ukraine wird als Instrument gesehen dieser Machtausdehnung, dieses Angriffs auf Russland mit dem Ziel, Russland strategisch zu schwächen. Das heisst eben herunterzustufen zu einer Art Untertanengebiet westlicher Interessen. Sie sind nicht mehr in der Lage, eigenständige Akteure zu sein, eine eigenständige Macht mit eigenen Interessen. Und Russland war das ja immer über die letzten tausend Jahre. Die haben auch dafür fürchterliche Kriege ausgefochten. Und die Erinnerung natürlich an Napoleon, an Hitler etc., die kommt jetzt auf und das ist ein Zeichen eben, dass man sich in so einer existenziellen Bedrohung wiederfindet. Noch einmal. Ob wir das für angemessen halten oder für unangemessen, ist völlig irrelevant. Tatsache ist, dass es die Russen so sehen. Für sie ist das ein existenzieller Krieg. Aber es ist kein Eroberungskrieg, ein imperialistischer Eroberungskrieg. Ihnen geht es nicht um Quadratkilometer, nicht entscheidend. Jetzt haben sie natürlich Gebiete erobert, die sie nicht mehr hergeben wollen, weil sie auch Leuteverluste gehabt haben. Aber es geht ihnen da um ein Prinzip, um einen Vorhof. Und diese Logik der Einflusssphären, der Sicherheitszonen, der Pufferstaaten, das ist ja nicht etwas, was die Russen exklusiv alleine hätten. Das sehen wir auch bei China. Die Chinesen sind zum Beispiel nicht bereit, Nordkorea herzugeben. Obwohl es sie auch irritiert, dass die Nordkoreaner eine Atombombe haben, aber sie wollen das einfach als Puffer gegen Südkorea, wo der Amerikaner steht. Und die Amerikaner haben auch ihre Sphären. Kuba, Kuba-Krise 1962, haben sie den Sowjets mit Weltkrieg gedroht, wenn die dort Atomraketen stationieren würden. Oder jetzt in Venezuela, das ist ganz klarer Vorhof Puffer-Staatpolitik. Die Amerikaner sagen, nein, wir wollen nicht, dass Venezuela... sein Öl, eine wichtige Ressource, den Russen und den Chinesen verkauft. Das ist gegen unsere Interessen, also schalten wir da die Regierung aus und das Gleiche machen sie im Nahen Osten. Vielleicht noch ein Wort zum Nahen Osten und zu meinen Sorgen. Es ist natürlich schlimm, was da passiert, auch mit all den Toten usw. Aber aus dem Nahostkrieg glaube ich nicht, dass sich ein Weltkrieg entwickeln kann. Im Nahen Osten haben wir seit Tausenden von Jahren Krieg. das geht in Biblische Zusammenhänge zurück zwischen den Muslimen und den Juden. Das sind ja, wenn man so will, und auf die alten Texte abstellt, sind das ja Verwandte. Geht zurück auf Abraham, der ja den Stammvater der Muslime mit seiner Magd zeugte und den Stammvater der Juden mit seiner Frau, Ehefrau Sarah. Und je verwandter, desto verdammter hat sich hier natürlich eine Art innerfamiliärer Konflikt abgebildet seit tausenden von Jahren, gehen die einfach aufeinander los, aber das ist eine regionale Geschichte, auch trotz dem Öl, das kann nicht zum Weltkrieg werden. Aber dieser Krieg in der Ukraine, der ist viel gefährlicher für den Weltfrieden. Denn die Russen werden nicht bereit sein, auf diesen Korridor, auf diesen Vorhof zu verzichten. Weil sie damit ihre Existenz als eigenständige Macht verbinden. Auf der westlichen Seite wiederum ist man überhaupt nicht bereit, diese russische Interessenlage zu akzeptieren. Man wischt sie weg als Propaganda. Oder wenn es, ich habe mich kürzlich mit amerikanischen hohen Militärs unterhalten, die lachen, wenn man sagt, die Russen würden das eskalieren. Natürlich ausgeschlossen. Sie gehen davon aus, typisch amerikanisch, dass da Putin mehr oder weniger jeden Morgen verzweifelt aufsteht und in den Spiegel schaut und früher oder später dann auf den Knien mehr oder weniger angekrochen kommt. Man unterschätzt natürlich Russland. Russland, es ist schwierig einzuschätzen hier, wie stark ist eigentlich Russland, das konnte ich auch nicht herausfinden, auch in meinen vielen Reisen. Ich konnte die Ernsthaftigkeit dieser Interessenlage, die konnte ich feststellen. Und in meinen Gesprächen auch die Fassungslosigkeit und Verzweiflung. Da habe ich mir gedacht, was ist mit euch Europäern los? Wieso redet ihr nicht mehr mit uns? Warum unterstellt ihr uns, so einen Angriffskrieg führen zu wollen? Das wollen wir gar nicht. Hört uns doch zu. Aber alles, was wir sagen, verpufft wirkungslos. Wird als Propaganda gesehen. Es ist, wie wenn man an eine Betonwand heranredet. Und das Bild sozusagen... Diese Verzweiflung oder diese zynische Ratlosigkeit ist natürlich der russische Aussenminister Lavrov, der quasi selber etwas versteinert ist, angesichts, wenn du immer an eine Wand heranredest, wirst du irgendwann selber zu einer Wand. Die Russen wollen keinen Krieg mit Europa, aber sie sind absolut entschlossen. Weil sie es als existenzielle Bedrohung sehen, diesen Vorhof Ukraine zu behaupten. Und das hat man im Westen gesehen, die sind ernst, vor allem auch auf amerikanischer Seite, aber man hat es einfach in den Wind geschlagen. Das lässt natürlich bei den Russen auch registriert und die sehen dann natürlich dahinter noch mehr eine strategische Absicht, eben zwar gleichzeitig den Russen zu sagen, ihr spinnt, das ist doch gar nicht gegen euch gerichtet, die NATO. Aber gleichzeitig hören Sie natürlich und lesen Sie auch, was in diesem Zusammenhang von amerikanischer Seite auch schon alles gesagt wurde. Und wiederum in einer anderen, fast spielgewöhnlichen Situation sind die Europäer dabei, keinen Millimeter Kompromiss zuzulassen und den Russen diesen Korridor geben zu wollen. Sondern man lässt sich im Moment... auch noch dazu hinreissen, von einem militärischen Sieg der Ukraine zu träumen, aufgrund dieser Drohnenerfolge von Zelensky. Also die Zeichen stehen da unvermeidlich auf Krieg. Wenn man so weitermacht wie jetzt, dann wird es zu einem grossen Krieg, dann werden wir einen Weltkrieg in Europa wieder haben, der wird ausgefochten auf deutschem Territorium und da müssen sich die Deutschen fragen, da müssen sich die Brüsseler fragen, wollen wir das, sind wir bereit, diese Konsequenzen zu tragen, dann wird man nämlich nicht mehr diskutieren, wer hat Recht und was sind jetzt da die Kriegsursachen, dann hat man diesen Krieg. Nach meiner Beurteilung, wie gesagt, ist der Westen, ist die EU, sind diese Staaten gar nicht dem gewachsen, in was sie sich da hinein manövriert haben. In der falschen Annahme, dass die Amerikaner dann schon helfen und kommen. Man ist gleichzeitig auch in dieser Blindheit drin, weil man nicht mit den Russen redet, bildet man sich dann ein, bestimmte Vorstellungen zu haben. Abgesehen davon gibt es natürlich auch Anreize mittlerweile bei diesen sehr angeschlagenen europäischen Regierungen mit dieser ganzen Kriegsrhetorik, vielleicht weil man innerlich glaubt, es kommt ja nicht zum Krieg, nimmt das nicht so ernst, ist ja auch nicht bereit, selber als Soldat da auf diesen Schlachtfeldern zu sterben, dass das Ganze auch etwas, ja... Was Moralisierendes hat, so wie bei Corona, wie bei Klima, so mein rhetorischer Überschwang, den man dann irgendwann ein bisschen mit der Realität verwechselt, ohne sich der eigentlichen Konsequenzen wirklich bewusst zu sein oder bewusst sein zu wollen, mag auch bei manchen eine echte Überzeugung geben, dass man jetzt diese Konfrontation suchen muss, in der man aber nicht bestehen kann, gegen Russland, militärisch. Und Russland hat Atombomben. Und je mehr man die Russen in die Ecke treiben wird, desto wahrscheinlicher wird es, dass sie diese Atombomben einsetzen. Und umgekehrt ist Russland nicht bereit, sich strategisch aufzugeben und diesen Puffer einfach abzugeben. Das wäre sozusagen eine Kapitulationserklärung, die sich keine Regierung leisten kann, ohne dass es... da zu ganz gravierenden Verwerfungen käme in Russland, die dann auch nicht im Interesse des Westens wären, übrigens, wenn dieses Land auseinanderbricht, wenn man wieder in Zustände hineinkäme, wie in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Und für die Schweiz heisst diese Lagebeurteilung, dass wir uns die Frage auch stellen müssen, wollen wir in so einen Krieg hineingezogen werden, ja oder nein? Wir sind jetzt Kriegspartei im Wirtschaftskrieg. Wollen wir das durchziehen? Anders als unsere Vorfahren vor dem Zweiten Weltkrieg, als ein dessiner Aussenminister Motta, nachdem er selber zuerst die Neutralität preisgegeben hat durch den Beitritt zum Völkerbund, dann sind sie wieder rausgegangen. Es ist übrigens interessant, dass auch heute ähnliche Auflösungserscheinungen bei der UNO zu beobachten sind wie damals beim Völkerbund. Oder besinnen wir uns auf unsere immerwährende... Bewaffnete, umfassende Neutralität. Nach meiner Einschätzung müssen wir uns wieder auf diese Neutralität besinnen. Am 27. September stimmen wir über die Neutralitätsinitiative ab. Grossartig, dass wir darüber diskutieren in der Schweiz, egal wie es herauskommt. Neutralität bedeutet, dass die Schweiz kein Feind ist. Stellen wir uns vor, dass der Krieg eskaliert, die Russen stehen in Polen, vielleicht greifen sie auch Deutschland an, dann ist der Krieg in einem Nachbarland. Dann wird es dann sehr gefährlich, wenn aus russischer Sicht die Schweiz zu den Unterstützern der NATO gehört. Diese Konfrontation, wenn die Schweiz da mitmacht, dann werden wir zum Kriegsziel, dann werden wir zum Kriegsfeind. Auch wenn wir uns einreden, wir seien immer noch neutral. Das können sie dann lange erzählen in Bern. Aber aus russischer Sicht, das hören wir jetzt schon, nehmen es aber nicht ernst, ist die Schweiz nicht mehr neutral. Wollen wir das, angesichts dieser aus meiner Sicht extrem beunruhigenden Situation, in der wir uns jetzt befinden? Vielleicht ist das der letzte friedliche Sommer, ist das das letzte Mal, wo wir uns mit der Hitze auseinandersetzen können, mit einer Fussball-WM und dann ist fertig. Und dann gehen hier wieder die Lichter aus, auf diesem Kontinent, wie man es schon zweimal erlebt hat im letzten Jahrhundert. Das müssen sich auch die Franzosen und die Deutschen fragen. Wollen wir das? Wirklich bereit, diesen Weg zu gehen. Franzosen, Napoleon haben versucht, Russland schon einmal in die Knie zu zwingen. Nicht funktioniert. Deutschen haben es auch versucht, vor 85 Jahren, 22. Juni. Die Hölle entfesselt worden, in jeder Hinsicht. Das ist die Situation. Und jetzt muss man daraus seine Schlüsse ziehen. Hoffentlich die richtigen. Lassen Sie mich wissen, wie Sie die ganze Sache einschätzen. Was sind die Nachrichten, was sind die Themen, die heute in den Zeitungen aufgegriffen werden? Ja, bis zu 160 zusätzliche Stellen wegen Ukrainern. Das ist die Frage der Schutzbedürftigkeit, die dann nach fünf Jahren Aufenthalt hier umschlägt in eine Niederlassungsbewilligung mit massiven Auswirkungen auf die Sozialkosten auch der Ukrainer, die hier leben. bekommen dann nämlich die volle Sozialhilfe in Anspruch. Und vor allem gehen die Behörden davon aus, dass man bis zu 160 Stellen schaffen muss, um eben diese Gesuche zu bewältigen. Von den Ukrainer, da sind dann tausende von Aufenthaltsbewilligungen, die da erstritten werden. Da braucht es ein paar Kriterien natürlich, die erfüllt werden müssen. Also es wird sehr, sehr viele, sehr, sehr viele Gesuche geben. Die Steuererhöhung für die Armee stösst auf breite Kritik. Es ist erfreulich, dass vor allem auch die Liberalen da mitmachen. Es ist so, dass der Bundesrat Martin Pfister jetzt seine Mehrwertsteuererhöhung von 0,8% auf 0,5% senken will. Und das Störende, aus meiner Sicht das Stossende an dieser Situation ist, dass der Bundesrat sagt, und da hat er recht, wir müssen unsere Armee stärken, wir haben sie vernachlässigt, zur Neutralität gehört auch die Verteidigungsfähigkeit. Aber man muss auch bereit sein, dieser existenziellen Rhetorik, und Sie sagen, Sie reden ja von wachsenden Bedrohungen, Auch in der Schweiz, man hat hier diese EU-Rhetorik weitgehend übernommen, ob zu Recht oder zu Unrecht. Ich meine zu Unrecht, aber sie haben es jetzt gemacht. Wenn man es dann so sieht, dass wir tatsächlich auch uns aufrüsten müssen, um gegen die russische Gefahr uns wehren zu können, dann müsste man andere Schwerpunkte setzen im Staatsbudget und dann müssten die Bundesräte hinstehen und sagen so. Jetzt ist es, jetzt hat es geschallt. Alarmstufe rot. Wir können uns nicht mehr leisten, so und so unser Budget aufzustellen. Die Freisinnigen des Kantons Zürich gehen in die Regierungsratswahl mit zwei Kandidaten, mit André Silberschmidt. Für mich ein Phänomen. André Silberschmidt wird ja als Shootingstar bezeichnet, als unglaubliches politisches Talent. Er ist für mich vor allem ein sehr konturloser Politiker, der trotz jungen Jahren sehr, sehr vorsichtig und strategisch vorgeht, kantenfrei sich positioniert und für höhere Aufgaben empfiehlt, also wie ein geborener Berufspolitiker daherkommt und eben nicht wie ein freisinniger Kämpfer, der vor allem für ein klares, verlässliches Profil einsteht. Der wird aber hochgejubelt, also auf einem zweiseitigen Portrait jetzt in der NZZ. Das ist auch ein bisschen das Drama der Freisinnigen, dass sie aus ihren eigenen Reihen keine wirklich kritische Auseinandersetzung bekommen. Ich meine, wir setzen uns kritisch mit dem Freisinn auseinander, aber da heisst es, das ist Köppel und der SVP, Nationalrat, Ex und so weiter. Man will das nicht hören und es wäre deshalb wichtig, dass auch Organe wie die NZZ hier entsprechend schreiben. Der zweite Mann, mit dem Sie antreten, das ist der Martin Huber, ein Landwirt. Ich habe früher in der Finanzbranche, Finanzindustrie, ich kenne ihn nicht. Interview, ja. Macht noch einen bodenständigen Eindruck. Sicherlich auf den ersten Blick jetzt. Nicht schlecht. Lastenvelo in Zürich. In Zürich fördern sie das Lastenvelo, diese Car-Velos oder was, diese grossen Velos, so Transporter, so Lastwagen-Velos. Und das soll jetzt finanziell gefördert werden. Also die Schweiz, Zürich, die Wirtschaftsmetropole steigt aufs Fahrrad um. Damit die Work-Life-Balance stimmt. Ein paar Mal eine heikle Mission. Ja, der Zollstreit mit den Amerikanern geht weiter. Sie sehen das. Die Schweiz muss ihre eigenen Interessen verfolgen. Du kannst dich nicht verlassen auf die Amerikaner. Du brauchst nicht auf die Europäische Union, die musst du dich auf dich selber verlassen. Der Schweizerische Nachrichtendienst warnt vor allem vor russischen Agenten, das sei auch für die Schweiz eine riesige Gefahr, die da bestehe. Zeigt ihnen einfach, dass man diese Russophobie auch in unserem Staat stark übernommen hat und das mitmacht. Dann hat mich gefreut, dass Bettina Weber im Tagesanzeiger Sie setzt sich auch kritisch auseinandersetzt mit Mike Müller. Sie macht das auf eine sehr kluge, eigentlich noch eine viel bessere Art, als ich das gemacht habe. Sie sagt, was ist eigentlich los mit dir, Mike Müller? Du verteidigst ja da als Schauspieler das Recht, dass du auf der Bühne deinem Hund an die Hoden greifen kannst, für ein Theaterstück. Und jetzt wehrt sich das Veterinäramt und sagt, das verstösst gegen die Tierwürde, gegen den Tierschutz. Und das ist etwas, was den Schweizern sehr, sehr wichtig ist. Dass eben auch die Tiere würdevoll behandelt werden, dass da Elefanten nicht einfach das Männchen machen, oder dass man Affen oder im Zirkus zum Beispiel oder auch sonst Hunde, Katzen in entwürdigende, vermenschlichte Kleider steckt, das sei ein Verstoss gegen die Würde, auch wenn sich diese Tiere da vielleicht nicht wehren können. Und auch wundert sich Frau Weber, fragt sich ja, woher will denn eigentlich Mike Müller wissen? Er schreibt das nämlich, er sagt das in einem Interview, dass der Hund das nicht stört, wenn er ihm da in die Hoden greift, dass das keine Verletzung seiner Intimität ist. Woher wisse er das eigentlich? Und das habe doch überhaupt nichts mit rechter Cancel Culture zu tun, sondern erklärungsbedürftig sei vielmehr, warum eigentlich Mike Müller hier diese offensichtliche, fürdelose Behandlung seines Hundes da gegen die schweizerischen Gesetze und gegen die Rechtsordnung hochhält. Was denn eigentlich mit ihm da los ist? Ich fürchte, ich glaube, er hat sich hier jetzt tatsächlich, der Schauspieler, der ja auch ein glänzender Komiker ist, muss man sagen, hat ja tolle Programme gemacht. Ich glaube, dass er sich da jetzt also in eine ganz schiefe Kurve hineinmanövriert hat. Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen, das war es von Weltwoche Daily Schweiz. Ich verabschiede mich, werde gleich die... Internationale Ausgabe nachreichen heute auch viel Internationales. Ich werde das sicherlich noch etwas nachschärfen, aber dann auch die Themen aus dem Ausland noch stärker berücksichtigen und den Blick über die Landesgrenzen. Vielen Dank, einen schönen Tag und bis bald. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken, was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen. Wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst... niemandem zu unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. Jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. Denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Lesern. Sie sind der Grund, warum wir machen können, was wir eben machen. Alle Abo-Optionen finden Sie auf unserer Website www.weltwoche.de sowohl für Print als auch digital und massgeschneidert auch für Deutschland. Und wenn Sie bereits Abonnent sind, dann möchte ich mich an dieser Stelle einfach mal bei Ihnen bedanken und wünsche Ihnen nun viel Vergnügen beim nächsten Video.

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Der Weltkrieg in Europa kommt: Ich mache mir grösste Sorgen. Ist die Schweiz wirklich bereit, ihre Neutralität aufzugeben? Verteidigung: Bundesrat Pfisters Steuererhöhungspläne sind falsch. Bettina Weber: Brillanter Kommentar zur Causa Mike Müller

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Der Weltkrieg in Europa kommt: Ich mache mir grösste Sorgen. Ist die Schweiz wirklich bereit, ihre Neutralität aufzugeben? Verteidigung: Bundesrat Pfisters Steuererhöhungspläne sind falsch. Bettina Weber: Brillanter Kommentar zur Causa Mike Müller
Der Weltkrieg in Europa kommt: Ich mache mir grösste Sorgen. Ist die Schweiz wirklich bereit, ihre Neutralität aufzugeben? Verteidigung: Bundesrat Pfisters Steuererhöhungspläne sind falsch. Bettina Weber: Brillanter Kommentar zur Causa Mike Müller
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Kapitel

  1. Einleitung und Begrüssung
  2. Sorgen über einen drohenden Krieg in Europa
  3. Geistige Kriegsmobilmachung im Westen
  4. Zweifel an der Verteidigungsbereitschaft der USA
  5. Schweiz als Kriegspartei gegen Russland
Für das Inhaltsverzeichnis und die Navigation im Video ist ein Abonnement erforderlich.

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